• Beitrag zuletzt geändert am:10. September 2021
  • Lesedauer:32 min Lesezeit

Neapel – Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten und Ausflugsziele

Neapel liegt an der Westküste des südlichen Italien in der Region Kampanien. Südöstlich der lebendigen Hafenstadt ragt, von vielen Stadtteilen aus zu erblicken, majestätisch der aktive Vulkan Vesuv empor. Mit rund einer Million Einwohner ist die Stadt Neapel nach Rom und Mailand die drittgrößte Stadt Italiens. In der Metropolregion Neapel leben etwa 4,5 Millionen Menschen. Neapels Hauptattraktionen liegen größtenteils auf zwei Stadtviertel konzentriert.

Aussicht über Neapel auf den Vesuv.
Aussicht vom Castel Sant’Elmo über Neapel auf den Vesuv.

Neapel ist aus zwei griechischen Siedlungen entstanden. Um 700 v. Chr. gründeten Griechen auf dem Areal der im folgenden Beitrag »südliche Altstadt« genannten Fläche die Siedlung Parthenope. Etwa 530 v. Chr. entstand nordöstlich des Hafens, also an der Stelle des heutigen historischen Zentrums, eine weitere Siedlung, welche Parthenope um 470 v.Chr. überflügelte und den Namen Neapolis (neue Stadt) erhielt. Vom späten Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert gehörte Neapel zu den größten Städten Europas. Sie konnte sich den Abdruck der aufeinanderfolgenden Kulturen bis heute bewahren, ist reich an Sehenswürdigkeiten und birgt unglaublich viel Geschichte und Kultur.

Auch der einmalige Flair dieser süditalienischen Stadt lohnt unbedingt einen Besuch. Dich erwartet eine chaotische, besonders aufregende und liebenswerte Stadt mit temperamentvollen, hilfsbereiten und freundlichen Bewohnern. Neapels holprige Straßen scheinen im Verkehrschaos zu ersticken. Entlang der schmalen Gassen wird lautstark von Haustür zu Haustür auf Neapolitanisch diskutiert und wild gestikuliert, darüber weht an Leinen aufgehängte Wäsche im Wind. An vielen Stellen bröckelt der Putz von den Fassaden der alten Gebäude, die teils mit Graffiti besprüht oder mit Gräsern bewachsen sind. Und trotz des charmanten Chaos dieser hektischen Küstenmetropole ist die typisch italienische Gelassenheit allgegenwärtig zu spüren.

In folgendem Beitrag nehme ich dich mit auf eine Reise durch Neapel. Du erfährst, wo sich Neapels Top-Sehenswürdigkeiten befinden, welche davon deinen Erwartungen gerecht werden und auch für dich einen Besuch lohnen könnten.

Sehenswürdigkeiten in Neapel

In Neapels Altstadt, die 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, findest du zahlreiche historische Bauten und Kulturdenkmäler. Es gibt eine Fülle herausragender Monumente, Kirchen, Katakomben und Tunnelsysteme, prächtige Villen und Paläste, eindrucksvolle Festungen und immer wieder atemberaubende Aussichtspunkte, die den Blick über die Stadt und den Golf von Neapel auf den Vesuv und die vorgelagerten Inseln freigeben.

Historisches Zentrum

Centro Storico (zu Deutsch: historisches Zentrum) heißt der nördlich des Hafenviertels gelegene Stadtteil von Neapel, der eines der touristischen Zentren der Stadt darstellt und zahlreiche geschichtsträchtige Kirchen und Klöster umfasst. Entlang der lebhaften Gassen und an den wunderschönen Plätzen gibt es fantastisch viel zu entdecken und zu staunen. Du findest hier urige Bars, pompöse Cafés, gemütliche Restaurants und die besten Pizzerien der Stadt, Läden mit Kunsthandwerk, Souvenirs und Kuriositäten. Es gibt lohnende Museen und unter den Gassen und historischen Gebäuden ein ausgedehntes Tunnelsystem. Die im Folgenden genannten Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum habe ich dir in der Neapel Karte mit roten Symbolen markiert.

Spaccanapoli

SpaccanapoliNeapel-Spalter«) wird im Volksmund eine schmale und schnurgerade Straße genannt, die aus mehreren aneinandergereihten Straßen (u. a. Via Benedetto Croce, Via San Biagio Dei Librai und Via Vicaria Vecchia) besteht und mitten durch das historische Zentrum verläuft. Diese schmale und weitgehend verkehrsberuhigte Straße bildet eines der touristischen Zentren der Stadt. Von der Spaccanapoli aus kannst du viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Neapel bequem zu Fuß erreichen. Entlang der lebendigen Straße und in den von ihr abgehenden Gassen gibt es zahlreiche sehenswerte Kirchen, Geschäfte aller Art, Bars und Restaurants.

Diego Maradona Schrein der Bar Nilo.
Diego-Maradona-Schrein in der Bar Nilo.

Tipp: die urige und äußerst beliebte Bar Nilo liegt an der Spaccanapoli. Sie ist für guten Caffè bekannt und berühmt für den Schrein zu Ehren der in der ganzen Stadt verehrten Fußballlegende Diego Armando Maradona. Hier ist es Usus, gleich für den nächsten Bedürftigen einen »Caffè Sospeso« mitzubestellen.

Am westlichen Ende der Spaccanapoli befindet sich die Piazza del Gesù Nuovo mit der Basilika Santa Chiara und der Jesuitenkirche Gesu Nuovo.

Basilica di Santa Chiara und Klostergarten

Der ehemalige Klarissenkonvent Santa Chiara umfasst die gleichnamige Kirche, ein angrenzendes Kloster mit besonders schönem Klostergarten und ein archäologisches Museum. Der mit Fresken ausgeschmückter Kreuzgang im Innenhof des Klosters wird als einer der schönsten Kampaniens angesehen. Wände und Säulen des Innenhofs sind mit handbemalten Kacheln geschmückt. Der Garten ist prächtig bepflanzt, u. a. mit Zitronen- und Orangenbäumen, Zypressen, Lavendel und Rosmarin. Die Kirche ist ein relativ schlichter zweistöckiger Saalbau mit Balkendecke und Seitenkapellen und Grablege neapolitanischer Könige aus den Dynastien Haus Anjou und Haus Bourbon-Sizilien. Sie wurde im 14. Jahrhundert im provenzalisch-gotischen Stil errichtet, im 18. Jahrhundert durch Umbauten barockisiert und 1943 bei Luftangriffen der Alliierten fast völlig zerstört. Ihr Wiederaufbau erfolgte im ursprünglichen Stil. Im hektischen Treiben der Stadt sind Kirche und Klostergarten eine wohltuende Oase der Ruhe und Erholung.

Das Grabmonument von Robert von Anjou über dem Hochaltar war ursprünglich vierstöckig und gilt als größtes Königsgrab Neapels.
  • Öffnungszeiten: Montag bis Samstag: 10.00 – 17.30; Sonntag: 10.00 – 14.00 Uhr
  • Eintrittspreis Kloster: 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro

Jesuitenkirche Gesù Nuovo

Gegenüber der Basilika di Santa Chiara und der Guglia dell’Immacolata (Mariensäule am Piazza del Gesù Nuovo) liegt die Jesuitenkirche Gesú Nuovo, die zu den größten und bedeutendsten Kirchen der Stadt zählt. Ihre ungewöhnliche Fassade aus Diamantquadern stammt noch von dem Palast des Roberto Sanseverino, der hier ursprünglich an Stelle der Kirche stand.

Piazza del Gesù Nuovo.
Piazza del Gesù Nuovo: Mariensäule und Jesuitenkirche Gesú Nuovo.

Die Fassade bereitet einen nicht vor auf die Größe und die beeindruckende Architektur dieser Kirche. Ihr Inneres ist im neapolitanischen Barock gestaltetet, reich an Kapellen, Säulen, Statuen, wunderschönen Fresken und Bildern und lädt ein zum Verweilen, um dieses prachtvolle Ambiente auf sich wirken zu lassen.

Via San Gregorio Armeno (Krippenstraße)

Auf halber Höhe der Spaccanapoli führt die Via San Gregorio Armeno, die auch als »Krippenstraße« bekannt ist, Richtung Norden. Entlang dieser sehr touristischen Straße reihen sich etliche Manufakturen für Puppen und Weihnachtskrippen.
Via San Gregorio Armeno in Neapel.
Via San Gregorio Armeno.

Es gibt figürliche Nachbildungen aller möglichen Persönlichkeiten aus Politik, Fernsehen, Sport usw. in den verschiedensten Größen und Preisklassen. Neben den etwas kuriosen Figuren sind auch die typisch neapolitanischen Curniciello-Glücksbringer, Amulette in Form eines roten Horns, beliebte Mitbringsel von hier.

Pizza Napoletana

Neapel ist Hauptstadt der Pizza, deren Basisvariante vermutlich hier erfunden wurde. Die neapolitanische Kunst des Pizzabackens wurde 2017 von der UNESCO in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. In der Via dei Tribunali, die am nördlichen Ende der Krippenstraße parallel zur Spaccanapoli verläuft, befinden sich die bekanntesten und wahrscheinlich besten Pizzerien der Stadt. Die neapolitanische Pizza unterscheidet sich krass von meinen bisherigen Vorstellungen einer original italienischen Pizza. Ihr Rand ist luftig und von relativ weicher Konsistenz, ihr Boden dicker und weicher als gedacht und an Tomatensoße wird nicht gespart.

Pizza Margherita von Di Matteo.
Pizza Margherita mit Büffelmozzarella von Di Matteo (4 Euro).

Als Original gelten nur zwei Varianten. Die Pizza Margherita (Tomatensauce, Mozzarella und Basilikum), die du unbedingt mit Büffelmozzarella (Mozzarella di Bufala) bestellen solltest, und die Pizza Marinara (Tomatensauce, Oregano und Knoblauch). Einheimische und Touristen mögen die Pizza gerne als Snack zum Mitnehmen. Sie wird dann zweimal gefaltet, in Papier gewickelt und aus der Hand gegessen (dran denken, ausreichend Servietten aus der Auslage mitzunehmen). Die im Folgenden genannten Pizzerien gehören zu den beliebtesten der Stadt.

  • Pizzeria Di Matteo (hier hat sich 1994 US-Präsident Bill Clinton eine Pizza auf die Hand bestellt)
  • Pizzeria Dal Presidente (die 2001 eröffnete Pizzeria eines Pizzaiolo von Matteo)
  • Pizzeria Gino Sorbillo (es gibt mittlerweile drei Sorbillo nebeneinander; bei der originalen musst du mit langen Wartezeiten rechnen)
  • L`Antica Pizzeria Da Michele (bekannt durch den Hollywoodfilm »Eat, Pray, Love« mit Julia Roberts)

Kathedrale von Neapel – Duomo di Napoli

Direkt neben der Pizzeria Dal Presidente geht die Via Duomo, in der sich die Kathedrale der Heiligen Maria Assunta (Duomo di Santa Maria Assunta) befindet, von der Via dei Tribunali ab. Die Hauptkirche von Neapel ist der Himmelfahrt Maria geweiht. Da in der Kathedrale Reliquien von Neapels Stadtpatron San Gennaro aufbewahrt werden, ist sie auch als Duomo di San Gennaro bekannt.

Duomo di Santa Maria Assunta in Neapel.
Duomo di Santa Maria Assunta.

Auch diese Kirche verleitet dazu, sich einen Moment zu setzen, um die besondere Atmosphäre auf sich wirken zu lassen und die kunstvollen Mosaike, Malereien und Skulpturen zu betrachten.

In der Kathedrale gibt es mehrere Räume. Vom Eingang aus gesehen links gelangst du in die Basilica di Santa Restituta, einen der größten Räume des Doms. Das Battistero di San Giovanni in Fonte weist originale Dekoration mit Mosaiken aus dem 4. Jahrhundert auf. Vom Eingang aus rechts gesehen befindet sich die berühmte Cappella del tesoro di San Gennaro (Schatzkapelle des heiligen Januarius), in der jedes Jahr das »Blutwunder des heiligen Januarius« stattfindet.

Cappella Sansevero (Barockkirche mit dem verhüllten Christus)

Im westlichen Teil der Via Tribunali gelangst du über schmale Gassen zur Capella Sanservo (siehe Karte). Der Ansturm auf die kleine, äußerlich unscheinbare Kapelle ist enorm. Grund der Touristenmassen und langen Wartezeiten ist vor allem der »Verhüllte Leichnam Christi« (Cristo velato), eine von Giuseppe Sanmartino (1720-1793) gearbeitete Statue. Dieses gemeißelte Marmor-Denkmal von Jesus zählt zu den größten Meisterwerken der spätbarocken Skulptur und ist wirklich wunderbar fein und harmonisch gearbeitet. Der Faltenwurf, der Gesichtsausdruck, die Adern an Stirn, Händen und Füßen, der Glanz, die Dornenkrone neben den Füßen: einfach unglaublich schön.

Hinweis: das Fotografieren ist in der Kapelle leider verboten.

Die Kapelle wurde 1590 als Grabstätte der Familie di Sangro errichtet. In dem Raum mit der Christusstatue gibt es zahlreiche weitere Marmorskulpturen. Die Kunstwerke auf dem Fußboden enthalten viele Freimaurersymbole. Um zum Ausgang und Souvenirshop zu gelangen, musst du zuerst eine Treppe hinabsteigen, wo hinter Glas die anatomischen Skelett-Modelle eines Mannes und einer schwangeren Frau ausgestellt werden.

  • Öffnungszeiten: Donnerstag bis Montag: 9.00 – 18.30; Dienstag und Mittwoch geschlossen
  • Eintrittspreis: 8 Euro

Archäologisches Nationalmuseum Neapel

Das archäologische Nationalmuseum Neapel liegt am nordwestlichen Rand des historischen Zentrums und ist von dort aus z. B. über die abends besonders belebte Piazza Bellini einfach zu Fuß zu erreichen. Das Museum wurde bereits 1787 in Portici auf Grundlage der Sammlung des neapolitanischen Königshauses gegründet. Den Grundstock bildeten zunächst Fundstücke aus den Grabungen in Pompeji und Herculaneum, weshalb das Museum eine tolle Ergänzung zu einem Besuch dieser Großgrabungen darstellt.

Archäologisches Nationalmuseum Neapel.
Archäologisches Nationalmuseum Neapel.

Heute besitzt das »Museo Archeologico Nazionale Napoli« eine der weltweit bedeutendsten archäologischen Sammlungen seiner Art. Auf insgesamt vier Stockwerken sind unter anderem Skulpturen (besonders bekannt die Herkules Farnese), Keramiken, Fresken und Mosaike (darunter das berühmte Mosaik der Alexanderschlacht aus dem Haus des Fauns in Pompeji) aus der griechischen und römischen Antike zu sehen. Es gibt neapolitanische und griechische Funde aus der Bucht von Neapel, ein geheimes Kabinett (Fundstücke aus der römischen Antike), Münzen, Medaillen und Inschriften, eine ägyptische Sammlung und Fundstücke aus prähistorischer Zeit.

  • Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag von 9.00 – 19.30 Uhr
  • Eintrittspreis: 15 Euro; ermäßigt 7,50 Euro

Tipp: der Eintritt am ersten Sonntag des Monats ist bei vielen Museen in Neapel frei! Evtl. lohnt sich für dich auch die Campania Arte Card, ein Sparangebot für Sehenswürdigkeiten und öffentliche Verkehrsmittel in Neapel.

Museo d’Arte Contemporanea Donnaregina (MADRE)

Einen kurzen Fußmarsch östlich des archäologischen Nationalmuseums gelangst du zum Museo Madre, dem Museum für zeitgenössische Kunst in Neapel. Von außen recht unscheinbar erwarten dich in seinem modernen Inneren permanente und wechselnde Ausstellungen mit Arbeiten von Künstlern wie Cindy Sherman, Peter Lindbergh, Jeff Koons, Daniel Buren, Richard Serra usw. Über aktuelle Ausstellungen informierst du dich am besten auf der offiziellen Website des Madre.

  • Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag von 10.00 – 19.30 Uhr; Sonntag bis 20.00 Uhr und Dienstag geschlossen
  • Eintrittspreis: 4 Euro, ermäßigt 2 Euro
  • Web: www.madrenapoli.it

Napoli Sotterranea (Neapels Unterwelt)

40 Meter unter den lebhaften Gassen und Prachtbauten von Neapel verbirgt sich ein rund 80 Kilometer umfassendes Labyrinth aus schmalen Gängen und gigantischen Tuffsteinhöhlen. Neapels geheimnisvolle Unterwelt entstand schon im 4. Jahrhundert v. Chr. durch den Abbau des hier vorkommenden Tuffsteins. Die dabei entstandenen Höhlen wurden teils zu Zisternen und Brunnen ausgebaut, dienten jedoch zum Teil auch als Abfallhalden und Katakomben. Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Zisternen trockengelegt und zu Luftschutzbunkern umfunktioniert.

Es gibt verschiedene Anbieter, die sich jeweils an einem der über die Stadt verteilt liegenden Zugangspunkte zu den Höhlensystemen angesiedelt haben und von dort aus geführte Besichtigungstouren anbieten.

Einer der bekannteste Anbieter dieser Höhlenführungen nennt sich Napoli Sotterranea (Naples Underground) und befindet sich gegenüber dem nördlichen Ende der Krippestraße neben der Kirche San Paolo Maggiore an der Via dei Tribunali. Die Führung auf Italienisch oder Englisch dauert etwa 45 Minuten und gibt Einblicke in Neapels Unterwelt und die Funktion der Höhlen als Wasserspeicher und Luftschutzbunker.

  • Englischsprachige Führungen: täglich zwischen 10.00 und 19.00 Uhr (es müssen mindestens 10 Touristen teilnehmen und meist wird zur vollen Stunde losgegangen)
  • Preis: 10 Euro; ermäßigt 8 Euro
  • Web: www.napolisotterranea.org

Ein weiterer Anbieter hat seinen Treffpunkt für die Untergrundtouren vorm Eingang des noblen Grand Caffé Gambrinus (südliche Altstadt), das am Kreisverkehr (Piazza Trieste e Trento) neben der bekannten Piazza del Plebiscito liegt.

Südliche Altstadt

Südlich des historischen Zentrums und westlich des Hafens befinden weitere Top-Sehenswürdigkeiten von Neapel. Der gesamte Bereich ist zu Fuß innerhalb weniger Minuten von der historischen Altstadt aus zu erreichen. In der Neapel Karte habe ich dir die folgenden Attraktionen mit orangen Symbolen markiert.

Via Toledo

Am Piazza Dante (nahe dem archäologischen Nationalmuseum und der Piazza Bellini) liegt das nördliche Ende der Via Toledo. Diese wichtige Einkaufsstraße von Neapel verläuft auf einer Länge von etwa 1,3 Kilometern Richtung Süden bis zur Piazza Trieste e Trento. Entlang der Via Toledo, deren südlicher Teil verkehrsberuhigt ist, reihen sich namhafte Boutiquen aneinander und bieten Kleidung, Schuhe, Taschen uvm. Unweit des südlichen Endes befinden sich beliebte Sehenswürdigkeiten, wie z. B. die Piazza del Plebiscito (Neapels größter und prächtigster Platz) und den Palazzo Reale di Napoli (Königspalast).

Die Via Toledo wurde 1536 vom spanischen Vizekönig Don Pedro Álvarez de Toledo entworfen. Von 1870 bis 1980 trug die Straße aus Anlass der Ernennung Roms zur Hauptstadt des Nationalstaates den Namen Via Roma.

Metro der Kunst

An den Stationen von Neapels U-Bahn-Linie 1 (Metro dell`Arte) werden verschiedene Kunstinstallationen präsentiert. Am bekanntesten ist die Haltestelle Toledo, die sich im nördlichen Teil der Via Toledo befindet und laut British Daily Telegraph die schönste U-Bahn-Station Europas ist. Sie ist mit 50 Metern Tiefe eine der tiefsten U-Bahn-Stationen Neapels und widmet sich mit Mosaiken in Blautönen und aufwendigen Lichtinstallationen des US-Lichtdesigners Robert Wilson den Themen Wasser und Licht.
U-Bahn-Station Toledo
Die U-Bahn-Station Toledo in Neapel.

Spanisches Viertel

Richtung Westen führen zahlreiche enge Gassen von der Via Toledo in das Quartieri Spagnoli. Entlang der engen verwinkelten Gassen des Spanischen Viertels findest du zahlreiche Restaurants, Bars und Unterkünfte. Je weiter du dich von der Hauptstraße gen Westen entfernst, desto weniger touristisch, dafür umso uriger wird das alte Viertel mit seinem Charme und tollen Fotomotiven.

Galleria Umberto I

Im südlichen Teil der Via Toledo befindet sich die wunderschöne Galleria Umberto I, die zwischen 1887 und 1890 gebaut wurde und an ihrer großen Glaskuppel zu erkennen ist. Die Geschäfte und Restaurants dieser Einkaufspassage (u. a. ZARA, Swarovski, Timberland, McDonald’s usw.) lohnen nicht unbedingt, die prachtvolle Architektur mit der imposanten Glaskuppel rechtfertigt jedoch allemal einen kurzen Besuch.

Galleria Umberto I in Neapel
Galleria Umberto I.

Piazza del Plebiscito

In der südlichen Verlängerung der Via Toledo und unweit des Hafens liegt die Piazza del Plebiscito, einer der schönsten Plätze Europas und der größte der Stadt Neapel. Auffälligstes Gebäude am Platz ist die Basilica San Francesco di Paola. Gegenüber der Kirche liegt der Palazzo Reale di Napoli (Königspalast) und zu den Seiten der Palazzo della Foresteria und der Palazzo Salerno.
Piazza del Plebiscito.
Auf der Piazza del Plebiscito finden regelmäßig Veranstaltungen statt.

Der Platz und die Gebäude mit dem langen, im Halbkreis verlaufenden Säulengang an der Westseite wurden von Joachim Murat, dem damaligen König von Neapel und Schwager Napoleons, geplant. Um Platz für die neuen Gebäude zu schaffen, ließe er zunächst die ursprünglich hier stehenden Klostergebäude abtragen.

Basilica San Francesco di Paola

Nach der Absetzung von Murat bestiegen die Bourbonen wieder den Thron von Neapel. König Ferdinand I. ließ die Basilika San Francesco di Paola nach den Plänen von Pietro Bianchi erbauen und widmete sie dem Heiligen Franz von Paola, der im 16. Jahrhundert eine Zeit in dem Kloster an gleicher Stelle verbracht hatte. Die Basilika San Francesco di Paola befindet sich an der Westseite der Piazza del Plebiscito. Sie wurde 1836 von Papst Gregor XVI geweiht. Der Innenraum der Kirche ist auf kreisförmigen Grundriss gestaltet, dem sich zwei Seitenkapellen anschließen. Elf Meter hohe Säulen tragen die 53 Meter hohe Hauptkuppel der wunderschönen Kirche.

Basilica San Francesco di Paola in Neapel.
Basilica San Francesco di Paola.

Royal Palace of Neaples (Palazzo Reale di Napoli)

Bis 1861 war der nahe dem Hafen gelegene Palazzo Reale eine Residenz des Königshauses Bourbon-Sizilien und bis 1946 eine Residenz des Hauses Savoyen. Seit den 90er Jahren ist der königliche Palast ein imposantes staatliches Museum. Zu entdecken gibt es großartige Räumlichkeiten, wie z. B. den Eingangsbereich mit der monumentalen Ehrentreppe, das Hoftheater, den Thronsaal, eine Galerie mit beeindruckenden Fresken von Belisario Corenzio und Battistello und jede Menge antiker Möbel und toller Gemälde von neapolitanischen Künstlern. In jedem Raum gibt es Schautafeln mit Erklärungen zu den Objekten in italienischer und englischer Sprache.

Im östlichen Flügel des Palastes befindet sich Neapels Nationalbibliothek und im Norden grenzt er an das weltbekannte Opernhaus Teatro di San Carlo.

  • Öffnungszeiten: Donnerstag bis Montag von 9.00 – 20.00 Uhr; Mittwoch geschlossen
  • Eintrittspreis: 6 Euro; ermäßigt 2 Euro
  • Web: www.palazzorealedinapoli.org

Galleria Borbonica

Südwestlich des historischen Zentrums hinter der Piazza del Plebiscito und unweit des oben genannten Grand Café Gambrinus befindet sich einer der drei Zugänge zum Tunnel der Burbonen. Dieser im 19. Jahrhundert errichtete Tunnel verbindet den Piazza del Plebiscito mit dem am Meer gelegenen Stadtteil Chiaia. Er konnte vom König im Notfall als Fluchtweg aus dem Palazzo Reale und von seinen Soldaten als schneller Zugang zur Verteidigung des Palastes genutzt werden. Im 2. Weltkrieg diente der Tunnel als Luftschutzbunker. Später wurden hier beschlagnahmte Autos und Motorräder untergebracht, weshalb er auch »Friedhof der Vespas« genannt wird. An den Wochenenden werden verschiedene Führungen durch den Tunnel angeboten.

  • Öffnungszeiten: Führungen von Freitag bis Sonntag zwischen 10.00 – 17.00 Uhr
  • Preise: ab 10 Euro
  • Web: www.galleriaborbonica.com
  • Eingänge: Vico del Grottone 4, Via Domenico Morelli 61 und Via Monte di Dio 14

Castel dell’Ovo

Das Castel dell’Ovo liegt auf einer kleinen Insel am östlichen Ende der Lungomare, so wird die rund drei Kilometer langen Promenade zwischen Megellina bis Santa Lucia genannt, und nur wenige hundert Meter südlich vom Piazza del Plebiscito. Über die Kaimauern des angrenzenden kleineren Hafens von Neapel, dem Porticciolo di Santa Lucia, ist die Insel mit dem Festland verbundenen.

Eierfestung Castel dell Ovo.
Castel dell’Ovo.

Die Festung wurde in mehreren Phasen zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. bis ins 16. Jahrhundert erbaut und ist damit die älteste erhaltene Festung der Stadt Neapel. Ihr Name Eierfestung geht auf eine Legende zurück, nach der der römische Dichter Vergil ein Ei in das Fundament des Bauwerks gelegen haben soll. Festung und Stadt sollen der Legende nach das Schicksal des Eis teilen.

Castel Nuovo

Nordöstlich des Castel dell’Ovo und nahe dem großen Hafen befindet sich mit dem Castel Nuovo ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Baubeginn der Burg, die auch Maschio Angioino genannt wird und im Laufe der Herrschaften verschiedener Könige mehrfach umgestaltet wurde, war 1279. Unter verschiedenen Königen diente sie meist als Festung und Residenz.

Castel Nuovo Neapel.
Castel Nuovo.

Heute ist im Westflügel der Burg das stadthistorische Museum von Neapel (Museo Civico) untergebracht, das Skulpturen und Fresken, Silber- und Bronzeobjekte und Gemälde aus der Zeit zwischen dem 13. bis 19. Jahrhundert zeigt.

  • Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 8.30 – 17.00 Uhr; Sonntag geschlossen
  • Eintrittspreis: 6 Euro

Außerhalb der Altstadt gelegene Sehenswürdigkeiten

Die oben genannten Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum und im südlichen Teil der Altstadt liegen relativ dicht beieinander und können einfach zu Fuß erreicht werden. Wenn dein Neapel-Besuch zeitlich auf ein bis drei Tage beschränkt ist, würde es sich für dich anbieten, deine Favoriten aus den oben genannten Highlights auszuwählen und zu besichtigen. Die Anfahrt zu den außerhalb der Altstadt gelegenen Sehenswürdigkeiten nimmt mehr Zeit in Anspruch, da sie weiter auseinander und teils auf den umliegenden Hügeln liegen. Sie sind daher vor allem für Personen interessant, die sich länger oder wiederholt in Neapel aufhalten.

Basilica Santa Maria della Sanità

Die Basilica Santa Maria della Sanità ist die Hauptkirche des Stadtteils Rione Sanità, der nördlich des historischen Zentrums liegt. Die wunderschöne, auf rautenförmigem Grundriss errichtete Kirche beherbergt die vom neapolitanischen Volk verehrte Statue des Heiligen Dominikaners Vinzenz Ferrer und ist daher auch unter dem Namen San Vincenzo alla Sanita bekannt. In der Krypta der Kirche befindet sich die San Gaudiso-Katakombe, die das Grab des Heiligen Gaudiosus und Gräber von Adligen aus dem 17. Jahrhundert beherbergt.

Kirche Santa Maria della Sanità.
Krypta der Basilica Santa Maria della Sanità.

Katakomben von San Gennaro & Katakomben von San Gaudioso

In Neapel gibt es viele Katakomben. Die Katakombe von San Gennaro ist mit rund 2.000 Grabstätten und 500 Nischengräbern auf zwei Ebenen und einer Gesamtfläche von etwa 5.600 Quadratmetern die größte im Süden Italiens. Sie liegt im nördlich der Altstadt gelegenen Viertel Rione Sanità unter dem Hügel von Capodimonte unweit des Museo di Capodimonte. Die ältesten Räume der Katakomben des Heiligen Gennaro gehen auf das Ende des 2. Jahrhunderts zurück und sind auch für ihre schönen Deckenfresken bekannt.

Die oben erwähnten, unter der Basilica Santa Maria della Sanità gelegenen Katakomben von San Gausioso sind Neapels zweitgrößte Katakomben. Schädel, Skelette und Knochen aus beiden Katakomben wurden mittlerweile im Cimitero delle Fontanelle (Friedhof Fontnelle) untergebracht, der im westlich an Sanità anschließenden Stadtviertel Materdei liegt und während meines Neapel-Aufenthalts aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen hatte. Die Katakomben werden von der sozialen Genossenschaft »La Paranza«, die von sehr engagierten Jugendlichen aus dem Viertel gebildet wurde, verwaltet. Die jungen Menschen pflegen und erhalten die Katakomben und bieten auch englischsprachige Führungen an.

  • Preis: 9 Euro; ermäßigt 5 Euro

Friedhof Fontanelle

Cimitero delle Fontanelle ist ein aus einem dreitausend Quadratmeter großen Höhlensystem bestehender Friedhof voller Schädel und Knochen von etwa 40.000 Menschen. Es gibt ein paar Grabhäuschen, einige Kreuze und Kerzen. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Identität der hier untergebrachten Skelette allerdings unbekannt. Der Friedhof ist aus der Not heraus entstanden. Ursprünglich ein Steinbruch wurde dieser umfunktioniert, um hier die Toten der großen Pest (1656 – 1836) unterzubringen. Später wurde er verwendet, um die bei Ausgrabungen in verschiedenen Stadtteilen von Neapel gefundenen Überreste Verstorbener unterzubringen. Der Friedhof Fontanelle muss ein surrealer Ort voller Emotionen sein.

Achtung: der Friedhof Fontanelle ist wegen Renovierungsarbeiten und Umstrukturierung bis mindestens Ende 2021 geschlossen.

Museo di Capodimonte

In dem nördlich der Altstadt gelegenen Wohnviertel Capodimonte liegt auf einem Hügel inmitten eines schattigen und gepflegten Parks das Museo di Capodimonte. Das Museum zeigt Exponate des Neapolitanischen und Italienischen Kulturerbes und beherbergt eine große Gemäldegalerie, deren Schwerpunkt Ölgemälde vom Mittelalter bis zur Renaissance bilden. Darunter bedeutende Werke von Masaccio, Sandro Botticelli, Tizian, Caravaggio, Pieter Brueghel dem Älteren, Luca Giordano und vielen weiteren.
Museo di Capodimonte Neapel.
Museo di Capodimonte.
  • Öffnungszeiten: Donnerstag bis Dienstag von 8.30 – 19.30; Mittwoch geschlossen
  • Eintrittspreis: 12 Euro; ermäßigt 6 Euro (Audioguide 3 Euro)

Castel Sant’Elmo

In dem westlich des spanischen Viertels anschließenden Stadtteil Vomero thronen auf dem gleichnamigen Hügel das Castel Sant’Elmo und direkt daneben das Kloster Certosa di San Martino über Neapel. Die Gebäude sind weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt und gehören zu den Top-Sehenswürdigkeiten von Neapel. Der Bau der sternförmigen Festung begann bereits im Jahr 1329 unter der Regentschaft von Robert von Anjou. 1647 fand der spanische Vizekönig in der Festung Zuflucht vor den Revolutionären (Masaniello-Aufstand), ab 1860 diente die Festung über 92 Jahre als Militärgefängnis und blieb danach noch in Militärbesitz. Seit 1982 ist das Castel Sant’Elmo der Öffentlichkeit zugänglich.

Castel Sant Elmo Neapel.
Aussicht vom Castel Sant’Elmo.

In der Festung sind heute u. a. die Kunsthistorische Bibliothek von Neapel und ein Museum (Museo Novecento Napoletano), in dem neapolitanische Kunst aus dem 20. Jahrhundert ausgestellt wird, untergebracht. Ein Besuch der Festung lohnt schon wegen des atemberaubenden Rundum-Ausblicks über die Stadt und die beiden Häfen auf den Golf von Neapel, die vorgelagerten Inseln, den Vesuv und die Halbinsel von Sorrent (siehe auch Titelbild).

  • Öffnungszeiten: täglich 8.30 – 18.30 Uhr (Museum: Mittwoch bis Montag von 9.30 – 17.00 Uhr; Dienstag geschlossen)
  • Eintrittspreise: 5 Euro; ermäßigt 2,50 Euro (täglich ab 16.15 Uhr und dienstags 2,50 Euro)

Kloster San Martino

Direkt neben dem Castel Sant’Elmo liegt, ebenfalls mit herrlicher Aussicht, auf dem Vomero-Hügel die Certosa di San Martino. Der barocke Klosterkomplex mit Kirche wurde durch Herzog Karl von Kalabrien gegründet und war Süditaliens zweites Kartäuserkloster. 1325 wurde es der Jungfrau Maria und dem Heiligen Martin geweiht. Vom Ende des 16. Jahrhunderts bis ins 18. Jahrhundert hinein erfuhr die Kirche etliche Erneuerungen, an denen zahlreiche bedeutenden Architekten und Künstler beteiligt waren. Anfang des 19. Jahrhunderts diente das Kloster vorübergehend als Pflegeheim für invalide Soldaten, seit 1867 beherbergt es u. a. das Museo Nazionale di San Martino.

Kloster San Martino.
Kloster San Martino, Hafen und Vesuv.
  • Öffnungszeiten: Donnerstag bis Dienstag von 8.30 bis 18.30 Uhr; Mittwoch geschlossen
  • Eintrittspreise: Erwachsene 6 Euro; ermäßigt 3 Euro

Villa Floridiana

Westlich vom Kloster San Martino liegt auf dem Vomero-Hügel in einem bei jungen Einheimischen zum Picknicken beliebten Park die Villa Floridiana. In dem Park kann man sich wunderbar von dem Trubel in der Stadt erholen. Es gibt eine Liegewiese, einen Brunnen mit Wasserschildkröten und Panoramaterrassen mit herrlicher Aussicht über Chiaia und den Golf von Neapel.

Villa Floridiana Neapel.
Aussicht von der Villa Floridiana.

Keramikinteressenten finden in der Villa Floridiana ein Keramikmuseum mit Keramiken und dekorativer Kunst aus aller Welt und den unterschiedlichsten Epochen.

  • Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag von 9.30 – 17.00 Uhr; Dienstag geschlossen
  • Eintrittspreis Keramikmuseum: 2 Euro; ermäßigt 1 Euro

Anfahrt Vomero-Hügel: von der U-Bahn-Station Montesanto (L2) aus gelangst du ums Eck zum gleichnamigen Bahnhof, von dem aus Standseilbahnen (F2) auf den Vomero-Hügel fahren. Für Motorräder gibt es reichlich Parkplätze, PKW-Fahrer finden nahe der Villa ein Parkhaus.

Le Vele di Scampia

Scampia ist ein nördlicher Vorort von Neapel in dem zwischen 1962 und 1975 sieben Gebäude errichtet wurden, die von ihrer Architektur her an Segel (Vele) erinnern. Der Wohnkomplex sollte eine Vielzahl von Funktionen erfüllen und den Bewohnern ein Leben als Wohngemeinschaft ermöglichen. Das soziale Wohnbauprojekt scheiterte allerdings. Die Gebäude, von schlechter Substanz, verkamen und der gesamte Komplex geriet als Problemviertel und Drogenumschlagplatz in Verruf. Mittlerweile wurden die meisten Bewohner in neue Sozialwohnungen umgesiedelt und vier der Gebäude wurden bereits vollständig abgerissen. Laut Plänen des Stadtrats soll nur Gebäude B stehenbleiben und saniert werden.

Le Vele di Scampia.
Vele di Scampia.

Bekanntheit erlangte Le Vele di Scampia durch den Mafia-Spielfilm Gomorrha und die gleichnamige und sehr erfolgreiche Fernsehserie (beide basierend auf dem gleichnamigen Roman des italienischen Autors Roberto Saviano aus dem Jahr 2006). Für die Tourismusbehörde und die meisten Touristen dürften »Die Segel von Scampia« ein Schandfleck und wenig sehenswert sein. Für mich als Architekturliebhaber und Fan des Romans und dessen Verfilmungen sind sie ein Geheimtipp unter Neapels Sehenswürdigkeiten und in jedem Fall einen Besuch wert.

Nahe Neapel gelegene Ausflugsziele

In Kampanien erwarten dich zahlreiche weitere Top-Sehenswürdigkeiten, Urlaubsdestinationen und Ausflugsziele, die von Neapel aus im Rahmen eines Halbtages- oder Tagesausflug erreichbar sind.

Vulkan Vesuv

Östlich von Neapel ragt majestätisch der Vesuv in die Höhe. Der Krater des einzigen aktiven Vulkans des gesamten europäischen Festlands, der im Jahr 79 n. Chr. die antiken Städte Pompeji, Herculaneum, Stabiae und Oplontis verschluckt hat, liegt nur rund 14 Kilometer Luftlinie von Neapels Stadtzentrum entfernt und ist von dort aus mit dem Auto oder Motorrad innerhalb von ca. 45 Minuten über eine gut ausgebaute Serpentinenstraße zu erreichen.

Blick in den Krater des Vesuv, Juli 2021
Blick in den Krater des Vesuv.

Hinweis: private Autos müssen auf einem auf etwa 800 Meter Höhe entlang einer Seitenstraße gelegenen Parkplatz abgestellt werden. Die weiteren zwei Kilometer zum letzten Parkplatz, der auf etwa 1.000 Meter Höhe liegt, müssen zu Fuß (etwa 30 Minuten) oder mit dem kostenpflichtigen Shuttlebus (2 Euro pro Person) zurückgelegt werden. Motorräder, Taxis, Tour-Busse usw. dürfen am oberen Parkplatz parken.

Vom oberen Parkplatz aus ist der bis auf max. 1.280 Meter Höhe reichende Kraterrand zu Fuß über einen Weg mit grobem Schotter (wird auch von 4×4-Fahrzeugen befahren) innerhalb von 15–20 Minuten zu erreichen. Im Ticketpreis ist eine kurze Führung enthalten, die ich auf jeden Fall in Anspruch nehmen würde. An einer kurz vor dem Kraterrand gelegenen Hütte mit Souvenirs und Getränken warten Guides auf die Touristen, sortieren diese nach Sprache und gehen dann in kleinen Gruppen die letzten Meter zum Kraterrand. Dort angekommen erklären sie, auch anhand der ersichtlichen Schichten im Krater, viel zur Eruptionsgeschichte des 1944 zuletzt ausgebrochenen Vulkans. Sowohl beim Aufstieg als auch vom Kraterrand aus erwarten dich atemberaubende Aussichten über den Golf von Neapel und die Stadt.

  • Öffnungszeiten: Januar, Februar, November, Dezember von 9.00 – 15.00 Uhr; März, Oktober von 9.00 – 16.00 Uhr; April, Mai, Juni, September von 9.00 – 17.00 Uhr; Juli, August von 9.00 – 18.00 Uhr

  • Eintrittspreis (Online-Ticket): 11,68 Euro, ermäßigt 9,55 Euro

Achtung: aufgrund der Corona Pandemie sind die Besucherzahlen derzeit (Stand 8/2021) beschränkt und die Kassen am Vesuv haben geschlossen. Tickets sind in der Anzahl begrenzt und können online über Vivaticket gekauft werden.

Ausgrabungsstätte Pompeji

Im Jahr 79 nach Christus wurde die südöstlich des Vesuv gelegene Stadt Pompeji bei einem Vulkanausbruch zerstört und unter einer meterhohen Schicht aus Lava und Asche begraben. Die Stadt war daraufhin Jahrhunderte lang vergessen, bis sie im 18. Jahrhundert unter der Erde wiederentdeckt wurde. Mit dem eigenen Fahrzeug ist der archäologische Park Pompeji aus Neapels Zentrum innerhalb von einer halben Stunde zu erreichen. Alternativ bietet sich die Anreise vom Hauptbahnhof per Zug oder Bus (ca. 45 min, jede halbe Stunde) an.
Antike Stadt Pompeji in Kampanien.
Ausgrabungsstätte Pompeji.

Die weltbekannte Ausgrabungsstätte Pompeji ist einzigartig und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und den beliebtesten und dementsprechend meist frequentierten Sehenswürdigkeiten Kampaniens. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, ist es besonders in der Hauptsaison sinnvoll, das Ticket für Pompeji bereits im Voraus online zu buchen.

Pompeji Leichen.
Opfer der Katastrophe in Pompeji.

Die Ausgrabungsstätte ist riesig und gibt anhand einer gut erhaltenen Stadt einen fantastischen Einblick in das Leben der Menschen vor rund 2.000 Jahren. Es gibt gepflasterte Straßen mit einfachen Wohnhäusern und großen Villen, Tempel, Thermen, ein Amphitheater, Geschäfte und öffentlichen Gebäude. Sogar Bilder, Statuen und Leichen von Bewohnern, die zwar der Lava, jedoch nicht den giftigen Gasen entkommen konnten, konnten geborgen werden.

  • Öffnungszeiten: April bis Oktober von 9.00 – 19.00 Uhr und November bis März von 9.00 – 17.00 Uhr
  • Eintrittspreise: 15 Euro; ermäßigt 7,50 Euro (Audioguide 9 Euro)

Tipp: die Stadt Ercolano liegt von Neapel aus gesehen etwa auf halbem Weg nach Pompeji. Sie steht anstelle der antiken Stadt Herculaneum, die bei dem verheerenden Vulkan-Ausbruch ebenfalls verschüttet wurde. Die Ausgrabungsstätte Parco Archeologico di Ercolano ist deutlich kleiner und auch viel weniger besucht, aber zum Teil noch besser erhalten als Pompeji.

Amalfiküste

Die Amalfiküste liegt ca. 40 Kilometer südlich von Neapel an der Sorrentinischen Halbinsel und ist eines der wichtigsten Touristenzentren Süditaliens. Sie ist für ihre atemberaubend schöne Steilküste, wunderschönen Wanderwege, traumhaften Badebuchten und den Anbau einer besonderen Zitronensorte bekannt, deren Schalen u. a. für die Produktion von Limoncello verwendet werden.
Amalfiküste Sehenswürdigkeit Positano.
Amalfiküste.

Highlight der Amalfiküste ist die zwischen Sorrento und Salerno auf einer Strecke von etwa 50 Kilometern verlaufende Küstenstraße Amalfitana (SS 163), oft eine der schönsten Küstenstrassen der Welt genannt. Die überaus kurvenreiche und teils extrem schmale Straße verbindet malerische Dörfer, wie Positano, Priano und Amalfi, und bietet absolut traumhafte Ausblicke über den Golf von Salerno. Alle Informationen zur Amalfiküste, der Amalfitana, den Orten und Sehenswürdigkeiten folgen bald in einem eigenen Beitrag.

Inseln vor Neapel

Neapels Hafen bietet zahlreiche Fährverbindungen, z. B. nach Korsika, Sardinien oder Sizilien. Aber auch die im Golf von Neapel gelegenen Inseln Capri, Ischia und Procida sind beliebte Urlaubsdestinationen und Tagesausflugsziele und von Neapel aus schnell mit der Fähre oder mit Ausflugsbooten zu erreichen.

Capri

Die Felseninsel Capri liegt rund 30 Kilometer südlich von Neapels Hafen und etwa 5 Kilometer westlich der Halbinsel von Sorrent entfernt im Golf von Neapel. Die Insel ist nur 6 Kilometer lang und weniger als 3 Kilometer breit. Höchster Berg auf Capri ist mit 589 Metern der Monte Solaro. Capri ist ein typischer Sehnsuchtsort mit hoch aufragenden Felsen, atemberaubenden Aussichtspunkten, tollen Wanderwegen und romantischen Buchten und Grotten und lockt täglich Hunderte von Tagestouristen aus Neapel und den umliegenden Orten an.

Insel Capri.
Capri.

Die Insel hat ein mildes Klima und ihre immergrüne Vegetation wird durch Terrassenkulturen mit Obst- und Olivenbäumen ergänzt. Erkunden lässt sich die Insel am besten wandernd und auch mit dem Schiff im Rahmen einer Inselumrundung (ca. 18 Euro). Beliebteste Sehenswürdigkeit von Capri ist die sogenannte Blaue Grotte (Grotta Azzurra), in der sich das Wasser auf spektakuläre Weise in den unterschiedlichsten Blautönen spiegelt. Zwischen der Insel und dem Festland gibt es viele Schiffsverbindungen (ca. 23 Euro pro Person). Dabei sind große Fähren natürlich preiswerter als kleine, schnelle Boote. Aufgrund der zahlreichen Tagestouristen ist Capri besonders während der Hauptsaison hoffnungslos überfüllt. Den Touristenmassen entgehen kannst du, indem du auf der Insel übernachtest (zwischen 18 und 10 Uhr ist es deutlich ruhiger) oder deinen Besuch auf die Nebensaison legst.

Ischia

Die Insel Ischia liegt rund 30 Kilometer südwestlich vor Neapels Küste. Mit einer Fläche von 46 km² (Inselumfang ca. 34 km) ist sie die größte Insel im Golf von Neapel. Ischia ist vulkanischen Ursprungs und für ihre zahlreichen Heilbäder bekannt. An mehreren Stellen auf der Insel gibt es Bäder mit einer Vielzahl von Becken unterschiedlicher Temperaturen, deren radonhaltigem Wasser eine besondere Heilwirkung zugeschrieben wird.

Ischia Castello Aragonese.
Ischia Castello Aragonese.

Eine beliebte Sehenswürdigkeit der Insel ist das Castello Aragonese. Dabei handelt es sich um eine Festung auf einem knapp vor der Küste gelegenem Felsen, der über eine 200 Meter lange Brücke mit dem Ort Borgo di Celsa verbunden ist. Daneben gibt es auf der Insel schöne Wanderwege, herrliche Badebuchten, Strände und Grotten. Von Neapels Hafen dauert die Überfahrt je nach Schiffstyp und Route zwischen 35 Minuten und eineinhalb Stunden. Erkunden lässt sich Ischia am einfachsten mit dem eigenen Fahrzeug oder Mietfahrzeug. Alternativ können natürlich auch die öffentlichen Buslinien zur Fortbewegung auf der Insel genutzt werden.

Procida

Die nur 4 Quadratkilometer große Insel Procida liegt zwischen dem Festland (Kap Miseno) und Ischia und ist wie ihre Schwesterinsel vulkanischen Ursprungs. Im Südwesten ist Procida über eine Brücke mit der kleinen Insel Vivrara verbunden, welche Teil des Naturschutzgebietes Area Marina Protetta Regno di Nettuno mit seinen vielen seltenen Vogel- und Pflanzenarten ist. Ausgesprochen malerisch ist der Ortsteil Corricella auf Procida mit seinen charakteristisch bunten Häusern. Im Gegensatz zu den zuvor genannten Inseln spielt Tourismus auf Procida eine eher untergeordnete Rolle, sodass sich die Insel bis heute ihre Ursprünglichkeit erhalten konnte. Die kleine Insel ist per Schiff von Neapel, Ischia und Pozzuoli aus zu erreichen.

Neapel Karte

Zur besseren Übersicht habe ich dir in der Neapel Karte die Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum mit roten und die der südlichen Altstadt mit orangen Symbolen markiert. Über die Links, die sich hinter den Symbolen verbergen, gelangst du zur entsprechenden Stelle im Beitrag. Außerdem habe ich dir gut bewertete Hotels und Unterkünfte in ausgezeichneter Lage auf der Karte markiert. Preise und Verfügbarkeit kannst du über die Links hinter den Hotelsymbolen prüfen.

Neapel Anreise und Fortbewegung vor Ort

Der internationale Flughafen von Neapel (NAP) liegt nur etwa 4 Kilometer nordöstlich vom historischen Zentrum entfernt. Günstige Direktflüge von verschiedenen Städten in Deutschland nach Neapel und zurück findest du z. B. hier auf Skyscanner. Für das Buchen eines Mietwagens (besonders interessant, falls du auch den Vesuv oder Pompeji besuchen möchtest) empfehle ich dir Check24. Über das Vergleichsportal können auch günstige Mietwägen von italienischen und bei uns weitgehend unbekannten Autovermietungen gebucht werden. Alternativ kannst du dich natürlich auch mit der U-Bahn, den öffentlichen Bussen oder per Taxi in Neapel fortbewegen.

Welches Hotel in Neapel?

Ich habe während meines Neapel-Aufenthalts im NaCity Holiday Home geschlafen. Dabei handelt es sich um ein einfaches, aber voll möbliertes Apartment am Altstadtrand, von dem die meisten der hier genannten Sehenswürdigkeiten fußläufig erreicht werden können (siehe Neapel Karte). Mein Motorrad (siehe Ténéré 700) konnte ich sicher in der Garage eines Nachbarn unterstellen.
Günstige Ferienwohnung in Neapel.
NaCity Holiday Home: einfach, sauber, günstig und zweckmäßig (Wohnküche, geräumiges Schlafzimmer, Bad, schnelles WLAN).

Tipps für Motorradfahrer

Der Verkehr in Neapel ist verrückt und viele Straßen bestehen aus Kopfsteinpflaster oder schlechtem Asphalt. Es heißt also, Ruhe zu bewahren und einfach mit dem fließenden Verkehr mitzuschwimmen, um nicht zum Hindernis zu werden. Filtern (das zwischen den Autos hindurchschlängeln) wird in Neapel geduldet und es gibt kaum einen Motorradfahrer, der das nicht macht. Die Navigation mittels Smartphone und Navigationsapp klappt in Neapel, wie andernorts gewohnt, problemlos. Außerhalb des historischen Zentrums gibt es viele kostenlos nutzbare Parkplätze. Nachdem die Straße meiner Unterkunft sehr schmal und mitunter von relativ großen LKWs (z. B. der Müllabfuhr) befahren wurde, habe ich mich entschieden, für meinen Aufenthalt einen Garagenstellplatz (10 Euro für 24h) zu mieten. Stellplätze können meist über den Wohnungsvermieter oder die Hotelrezeption schnell organisiert werden.

Garage in Neapel.
Urige aber sichere Garage in Neapel.

Schreibe einen Kommentar