• Beitrag zuletzt geändert am:9. September 2021
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Motorrad-Sitzkissen für mehr Komfort auf Motorradtouren – Vergleich, Erfahrungen und Tipps

Fahrtwind, Beschleunigung, Schräglage, die Aussicht auf Abenteuer und fantastische Landschaften und der herrliche Klang des Zweizylinder-Reihenmotors: frisch aufgebrochen habe ich das Gefühl, dass mich so schnell nichts aufhalten kann. Dann, nur wenige Stunden nach Fahrtantritt, macht sich Ernüchterung breit. Gesäß und Rücken schmerzen und die Beine fühlen sich taub an. Es ist Zeit für die nächste Pause, und das erst eine Stunde nach der letzten Zwangs- bzw. Tankpause. Bis zum Tagesziel ist es noch weit und so bleibt mir während der Fahrt noch genügend Zeit, darüber zu sinnieren, wie ich den Sitzkomfort meines Motorrades für zukünftige Touren verbessern kann. Wäre eine weicher oder härter gepolsterte Sitzbank komfortabler? Muss ich eine neue Sitzbank kaufen oder kann ich den alten Sitz umbauen lassen oder gar selbst neu aufpolstern? Oder ist ein preiswertes Motorrad-Sitzkissen aus dem Zubehör vielleicht völlig ausreichend, um den Fahrkomfort deutlich zu verbessern?

Reisemotorrad mit Sitzkissen.
Für die Rückfahrt beladenes Motorrad bereits mit dem neuen Sitzkissen auf der Sitzbank.

So geschehen auf der Motorradtour ins Val dOrcia (das in der südlichen Toskana gelegene Orciatal). Nach der zweitägigen Anfahrt über mautfreie Pässe und Landstraßen war mir klar, dass ich den Sitzkomfort meiner Maschine verbessern muss. In folgendem Motorrad-Sitzkissen-Vergleich und Erfahrungsbericht gehe ich auf die verschiedenen Möglichkeiten der Sitzkomfortverbesserung bei Motorrädern ein. Außerdem erfährst du, aus welchen Gründen ich mich für welches Motorrad-Sitzkissen entschieden habe und ob ich dieses mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann.

Woher kommen die Einbußen im Sitzkomfort bei langen Motorradtouren?

Motorradsitzbänke bieten generell deutlich weniger Platz als z.B. Automobilsitze. Die Hände locker auf den Lenkerenden, die Füße auf den Fußrasten und das Gesäß auf der kleinen und vielleicht sehr dünn gepolsterten Sitzbank, so bleibt während der Fahrt nur wenig Spielraum, die Sitzposition zu verändern. Motorradsitzbänke sind in der Regel nicht gefedert (kein Federkern oder Ähnliches) und Vibrationen werden nahezu ungedämpft an den Fahrer weitergegeben. Das Gesäß des Fahrers wird auf Motorradtouren also lange Zeit nur punktuell belastet, was ebenso wie ein zu spitzer Kniewinkel zu Durchblutungsstörungen führt und sich mit der Zeit im fehlenden Sitzkomfort bemerkbar macht.

Es kann unter anderem zu folgenden Beschwerden kommen:

Möglichkeiten, den Sitzkomfort beim Motorrad zu verbessern

Als Erstes sollte die gesamte Sitzergonomie betrachtet und bei Bedarf an den Fahrer und dessen Proportionen und Anforderungen angepasst werden. Kupplung, Handbremshebel, Schalthebel und Fußbremshebel lassen sich mit wenigen Handgriffen so einstellen, dass sie intuitiv bedient werden können, ohne dass Hand- und/oder Fußgelenke dabei extrem abgewinkelt werden müssen. Bei Geländemotorrädern ist darauf zu achten, dass die Armaturen als Kompromiss aus stehender und sitzender Fahrposition eingestellt werden. Die Hebelhöhe ist so einzustellen, dass sich Schalthebel und Fußbremse eventuell auch mit dicken Motorradstiefeln problemlos bedienen lassen. Wenn sich längere Motorradfahrten bei dir mit Rückenschmerzen und Verspannungen bemerkbar machen, solltest du über eine Verstellung des Lenkers nachdenken. Es muss nicht immer gleich eine Lenkererhöhung aus dem Zubehör sein, oft hilft es schon, den Lenker etwas nach vorne zu verdrehen. Gegen einen zu spitzen Kniewinkel kann eine höhere Sitzbank, eventuell auch in Kombination mit einer Tieferlegung der Fußrasten, helfen.

Die Anpassung der Fahrzeugergonomie an den Fahrer führt schon zu deutlich mehr Sitzkomfort. Gegen langanhaltenden punktuellen Druck, Gesäßschmerzen und Taubheitsgefühl in den Beinen nach langen Fahrten hilft allerdings nur eine Veränderung der Sitzauflage. Motorradhersteller und Motorradzubehörmarkt bieten hierfür längst vielfältige Lösungen. Es gibt Motorrad-Sitzkissen, Komfortsitzbänke und die Möglichkeit, die Motorradsitzbank in einer Fachwerkstatt umbauen zu lassen oder sie selbst neu aufzupolstern.

Was sind Motorrad-Sitzkissen?

Motorrad-Sitzkissen werden einfach mit zwei Gurten auf der Sitzbank befestigt und sind die preisgünstigste Möglichkeit, unbequeme Motorradsitze komfortabler zu machen. Sie sorgen für eine größere Auflagefläche und verteilen so den Druck gleichmäßiger auf das Gesäß, wodurch punktuellen Belastungen entgegengewirkt wird. Außerdem absorbieren sie Vibrationen und Erschütterungen und gewähren durch ihre spezielle Oberfläche eine bessere Luftzirkulation.

Welche Arten (Material und Oberfläche) von Motorrad-Sitzkissen gibt es?

Motorrad-Sitzkissen sind im Motorradzubehör in verschiedenen Preisklassen, Formen, Größen und Arten erhältlich. Zu den beliebtesten Kissen zählen Luftpolster-Sitzkissen (oft Komfort-Sitzkissen genannt), Motorrad-Gel-Sitzkissen und Lammfell-Sitzkissen.

Lammfell-Sitzkissen (Fellauflage)

Lammfell-Sitzkissen sind eine gängige und relativ preiswerte Möglichkeit, den Sitzkomfort des Motorrades spürbar zu verbessern. Sie reduzieren Vibrationen, haben eine leicht polsternde Wirkung und beugen damit Ermüdungserscheinungen vor. Viele Touren-Motorradfahrer schätzen die gute Isolation durch Fellauflagen, die im Winter bei Kälte warmhalten und im Hochsommer kühler und luftdurchlässiger sind als die Standardsitzbezüge der meisten Motorradsitzbänke. Die Fellauflagen lassen sich relativ einfach selbst basteln (ausschneiden, Randbereich rasieren, umschlagen und am unteren Rand der Sitzbank fest tackern oder alternativ mit Klettbändern, Ösen, Spanngurten etc. befestigen), sind jedoch auch in verschiedenen Größen zu Preisen zwischen 30 und 80 Euro im Motorradzubehör erhältlich. Fellauflagen, die speziell für Motorräder angeboten werden, haben meist eine Oberfläche aus 100 % Lammfell sowie an der Unterseite angebrachte Riemen, mit denen das Fell auf der Sitzbank befestigt werden kann.

Ein Nachteil von Lammfell-Sitzkissen ist, dass sie relativ dünn sind und daher nur wenig Gewichtsdruck ausgleichen können. Je nach Sitzbank und Gesäß kann es daher trotz Fellauflage zu punktuellen Belastungen kommen. Außerdem brauchen Lammfell-Sitzkissen nach einem Regenschauer, egal ob behandelt oder unbehandelt (natürlicher Fettanteil vom Fell), sehr lange, um vollständig zu trocknen. Und zu guter Letzt ist so ein uriges Fell auf dem Sitz auffällig und trifft nicht jedermanns Geschmack.

Mein Fazit zum Lammfell-Sitzkissen

Lammfell-Sitzkissen sagen mir optisch nicht zu und nach Regen habe ich gerne die Möglichkeit, die Sitzfläche meines Motorrades schnell mit einem Tuch abzutrocknen. Eine Fellauflage kommt für mich daher, wenn überhaupt, nur wegen der wärmenden Wirkung im Winter infrage.

Motorrad-Gel-Sitzkissen

Motorrad-Gel-Sitzkissen bestehen hauptsächlich aus Neopren oder ähnlich festem, jedoch nachgiebigem Schaumstoff. Ihr Kern besteht aus sogenannten Gel-Pads. Das sind mit einer gelartigen, aber kompakten Masse gefüllte Einlagen aus Polyurethan-Fasern, die Druck leicht nachgeben und gleichmäßig aufnehmen und sich der Form von Sitzbank und Gesäß einfach anpassen. Das Körpergewicht des Fahrers verteilt sich dadurch gleichmäßig auf dem Gel und dem punktuellen Druck und den dadurch möglicherweise hervorgerufenen Schmerzen wird zuverlässig entgegengewirkt. Außerdem absorbiert der Gel-Kern Vibrationen und Erschütterungen, was für eine zusätzliche Verbesserung des Fahrkomforts sorgt. Die Unterseite von Motorrad-Gel-Sitzkissen hat meist eine Anti-Rutsch-Beschichtung und Riemen zur Befestigung auf der Sitzbank, wodurch ein guter Kontakt des Fahrers zum Motorrad gewährleistet ist. Mit einer Dicke von etwa 1 bis 1,5 cm vor Belastung erhöhen Gel-Sitzkissen die Sitzhöhe kaum. Durch das schlichte Design der Kissen wird das Erscheinungsbild des Motorrades nicht gestört und nach einem Regenguss lässt sich das Neopren mit einem Mikrofaser- oder Taschentuch schnell abtrocknen. Mit Preisen zwischen 40 und 90 Euro sind Gel-Sitzkissen fürs Motorrad kaum teurer als Fellauflagen.

Warum ich mir kein Gel-Sitzkissen gekauft habe

Gel-Sitzkissen verteilen den Druck gleichmäßig, sie lassen sich schnell abtrocknen, sind relativ preiswert und unauffällig im Design. Generell spricht also nichts gegen den Kauf eines Gel-Sitzkissens. Es gibt jedoch eine weitere Art von Motorrad-Sitzkissen, die eine noch größere Verbesserung des Sitzkomforts verspricht, die sogenannten Komfort-Sitzkissen.

Komfort-Sitzkissen (Motorrad-Luftpolster-Sitzkissen)

Bedingt durch ihren speziellen Aufbau, der in ähnlicher Form auch bei Druckentlastungssitzkissen für Rollstühle Verwendung findet, bringen Komfort-Sitzkissen den größten Komfortgewinn unter den hier vorgestellten Motorrad-Sitzkissen. Luftpolster-Sitzkissen können größere Abstände zwischen Sitzbank und Gesäß ausgleichen und sorgen dadurch für eine besonders gleichmäßige Druckverteilung. Punktuelle Druckstellen und Durchblutungsstörungen gehören damit der Vergangenheit an.

Außenmaterial (Mesh-Stoff und Anti-Rutsch-Beschichtung)

Der Bezug von Komfort-Sitzkissen besteht aus verschiedenen Materialien. Die Oberseite ist in der Regel aus einem weichen und beständigen Kunststoff wie Polyester oder Nylon. An den Seiten sorgt Mesh-Stoff in Kombination mit dem Fahrtwind für eine Unterlüftung und schnellen Hitzeausgleich. Die Unterseite besteht aus einem festeren Kunststoff, hat außen eine Anti-Rutsch-Beschichtung und zu beiden Seiten Schlaufen, die zur Befestigung des Kissens auf der Sitzbank dienen. Über den rückseitig verlaufenden Reißverschluss ist das Luftpolster zu erreichen.

Rutschfeste Unterseite des Tourtecs Komfort-Sitzkissens..
Komfort-Sitzkissen: Unterseite mit Halteriemen und Anti-Rutsch-Beschichtung und Mesh-Stoff an den Seiten.
Füllung (Luftpolster)

Die Luftpolster von Komfort-Sitzkissen bestehen meist aus Polyurethan, einem widerstandsfähigen Material, das u. a. auch bei Schläuchen, Dichtungen, hochwertigen Gummistiefeln, Autositzen usw. Verwendung findet und selbst bei großer Wärmeentwicklung stabil bleibt. Sie sind wabenartig und verfügen über ein Ventil (meines über ein hochwertiges Metallventil mit Drehverschluss), über das das Kissen mit einem einzigen Atemzug vollständig aufgeblasen werden kann. Die einzelnen Luftkammern (bei meinem Komfort-Kissen sind es 12) sind über Luftkanäle miteinander verbunden. Sie nehmen das Körpergewicht gleichmäßig auf, können dabei Distanzen von bis zu 4 cm ausgleichen und dämpfen Vibrationen und Erschütterungen zuverlässig. Der Fahrtwind strömt durch den Mesh-Stoff des Bezuges und zwischen den Luftpolsterwaben hindurch und verhindert so effektiv Hitzestau und Feuchtigkeitsansammlung im Kissen.

Luftpolster eines Komfort-Sitzkissens.
Füllung eines Komfort-Sitzkissens (nur zur Demonstration nahezu voll aufgeblasen).
Richtige Anwendung von Motorrad-Luftpolster-Sitzkissen

Die richtige Verwendung von Motorrad-Komfort-Sitzkissen wird selbst auf den Websites der Onlineshops und in zahlreichen Motorrad-Sitzkissen-Testberichten falsch oder ungenügend beschrieben. Dort ist oft zu lesen, dass aufblasbare Sitzkissen die Sitzhöhe um einige Zentimeter erhöhen würden. Das betrifft aber nur maximal stark aufgeblasene Luftpolster-Sitzkissen. Ich würde sowieso niemandem empfehlen, auf einem vollständig aufgeblasenen Luftpolster-Sitzkissen zu fahren. Bedingt durch das dann sehr große Luftpolster zwischen Fahrer und Maschine kann das Fahrwerk dem Fahrer nämlich kein Feedback mehr von der Fahrbahnbeschaffenheit vermitteln, was zu einem unsicheren Fahrgefühl führt. Ich blase das Kissen daher nur in Ausnahmefällen (z.B. extrem lange Autobahnetappen) und nur kurzzeitig relativ stark auf. Für normale Tagesetappen empfehle ich, das Luftpolster-Sitzkissen wie folgt zu installieren.

Auf dem Motorradsitz montiertes Luftpolster-Sitzkissen.
Komfort-Sitzkissen auf der Sitzbank von meinem Motorrad. Da muss noch Luft raus!

 

  1. Luftkissen herausnehmen, aufblasen und das Ventil verschließen.

  2. Luftkissen mit dem Ventil nach hinten vollständig in die Hülle schieben, aber so, dass das Ventil noch bedient werden kannst.

  3. Das Komfort-Sitzkissen jetzt in der gewünschten Position auf die Sitzbank legen (die Befestigungsgurte können jetzt oder später angebracht werden).

  4. Idealerweise hat dein Motorrad einen Hauptständer, alternativ lehnst du es irgendwo an. Jetzt stellst du dich auf die Fußrasten und belastest das Sitzkissen nur leicht mit deinem Gesäß. Dabei öffnest du den Schraubverschluss des Ventils ein kleines Stück und lässt soviel Luft aus dem Kissen entweichen, bis dein Gesäß den Fahrersitz minimal berührt. Jetzt verschließt du das Ventil vollständig.

  5. Reißverschluss verschließen und, falls noch nicht geschehen, Kissen mit den Gurten an der Sitzbank befestigen.

Richtiges Füllvolumen für ein Komfort-Sitzkissen.
Genau richtig: so schwach hatte ich mein Komfort-Sitzkissen für die 10-stündige Rückfahrt aus der Toskana aufgeblasen.

Tipp: Falls du eine YAMAHA Ténéré 700 mit zweiteiliger Standardsitzbank besitzt, empfehle ich dir, meinen »T700 Sitzbank-Hack« zu überfliegen. In dem Beitrag erkläre ich, wie du den Fahrersitz der Ténéré einfach und kostenlos so präparieren kannst, dass du ihn schnell und ohne Werkzeug entfernen und wieder installieren kannst. So bist du in der Lage, ein Motorrad-Sitzkissen sehr schnell mit den Gurten am Fahrersitz zu befestigen.

Wenn das Komfort-Sitzkissen wie oben beschrieben am Motorrad installiert wird, erhöht sich die Sitzhöhe kaum und der Kontakt zwischen Fahrer und Fahrzeug bleibt relativ gut erhalten. Das Gesäß wird nahezu vollständig unterstützt und liegt gleichmäßig auf dem Sitzkissen auf. Punktuelle Belastungen werden vermieden, Vibrationen und Erschütterungen werden vom Luftpolster aufgefangen und der Sitzkomfort wird deutlich gesteigert. Ich installiere das Kissen vor allem vor langen Touren und langweiligen Autobahnetappen. Für sportlichere Streckenabschnitte lässt es sich innerhalb weniger Sekunden demontieren und unter der Sitzbank verstauen.

Komfort-Sitzkissen auf der Sitzbank von meinem Motorrad.
Tourtecs-Sitzkissen auf dem Fahrersitz meiner Ténéré 700.
Weitere Vorteile und Verwendungsmöglichkeiten von Motorrad-Luftpolster-Sitzkissen

Motorrad-Luftpolster-Sitzkissen sind besonders variabel, wodurch unterschiedliche Sitzpositionen erreicht werden können. Der Luftdruck im Kissen kann jederzeit verändert werden. Beim Tankstopp kann es schnell abgenommen und bei der nächsten Pause wieder angebracht werden. Es kann verschieden stark aufgeblasen werden. Du kannst es weiter vorne, hinten, links, rechts, längs oder quer auf der Sitzbank anbringen. Diese Variabilität wirkt sich besonders auf sehr langen Fahrten positiv auf den Sitzkomfort aus.

Mein aufblasbares Sitzkissen hat sich zudem beim Motorrad Camping bewährt. Ob auf einem meiner Alukoffer, einem Stein, dem Boden, im oder vor dem Motorrad-Zelt, das Kissen bietet viele komfortable Sitzmöglichkeiten und ersetzt bei mir den Campingstuhl.

Motorrad-Luftpolster-Sitzkissen: Hersteller und Modelle

Zu den international bekanntesten Luftpolster-Sitzkissen zählen die des amerikanischen Herstellers AIRHAWK. Diese in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlichen Kissen sind von ausgezeichneter Qualität, mit Preisen von über 100 Euro (meist zuzüglich internationalem Versand) jedoch leider auch sehr teuer. Hierzulande zählen SW-Motech und Tourtecs zu den bekanntesten Herstellern von Komfort-Sitzkissen.

Vor- und Nachteile von Luftpolster-, Gel-, und Lammfell-Sitzkissen

Luftpolster-Sitzkissen

Gel-Sitzkissen

Lammfell-Sitzkissen

Fazit: Sportlichen Motorradfahrern, die auf das Feedback vom Motorrad (Kontakt zu Sitzbank und Straße) nicht verzichten möchten und mit einer mäßigen Verbesserung des Sitzkomforts zufrieden sind, empfehle ich ein Gel-Sitzkissen. Wer maximalen Sitzkomfort sucht, kommt meiner Meinung nach nicht an der Anschaffung eines Luftpolster-Sitzkissens vorbei. Für die Kurvenhatz oder den Geländeeinsatz lässt sich das Kissen ja schnell abnehmen, wunderbar klein zusammenlegen und unterm Sitz verstauen.

Maße und Formen

Ob Chopper, Cruiser, Supersport, Dual-Sport oder ADV, Motorrad-Sitzkissen gibt es in den unterschiedlichsten Formen (spitz zulaufend und rechteckig) und Abmessungen, sodass sich für jedes Motorrad und jeden Biker ein passendes Sitzkissen findet. Ich habe mir für die YAMAHA Ténéré 700, die über eine schmale Sitzbank verfügt, hier bei Motea das Tourtecs Air S bestellt. Dieses Komfort-Sitzkissen ist rechteckig und für Motorräder mit schmalen Sitzbänken oder Soziussitzen gedacht. Es passt perfekt zur Ténéré und ich bin überaus zufrieden mit dem Kauf. Die Verbesserung im Sitzkomfort ist enorm, Verarbeitungsqualität und Preis-Leistungs-Verhältnis sind meiner Meinung nach gut.

Neue Sitzbank für mehr Sitzkomfort?

Nur wenige Motorräder verfügen über eine höhenverstellbare Sitzbank. Motorradhersteller bieten jedoch für viele Motorradmodelle unterschiedlich hohe Sitzbänke an, die sich je nach Modell, Polsterung und Höhe (Kniewinkel) natürlich auch im Sitzkomfort unterscheiden. YAMAHA bietet z. B. für die Ténéré 700 neben der zweiteiligen Standardsitzbank eine um zwei Zentimeter niedrigere Sitzbank (198,94 Euro) und den um 3,5 Zentimeter höheren Rallye-Sitz (387,95 Euro) an. Für besonders beliebte und in großer Stückzahl produzierte Motorräder gibt es im Motorradzubehör auch spezielle Komfortsitzbänke. Diese Komfortsitze können über eine Vertiefung oder einen Höcker zur Entlastung des Steißbeins verfügen. Sie können aus atmungsaktivem Schaum gefertigt sein, Gel-Kissen oder gar eine Sitzheizung eingearbeitet haben. Nachdem das Angebot an Komfortsitzen für die Ténéré 700 überschaubar ist, die Sitze in der Regel nicht lange genug zu Probe gefahren werden können und mir mit Preisen ab 300 Euro einfach zu teuer sind, habe ich mich gegen den Kauf einer neuen Sitzbank entschieden.

Sitzbank umbauen lassen / selbst neu Aufpolstern?

Das neue Aufpolstern der bestehenden Sitzbank ist eine weitere Möglichkeit, mehr Sitzkomfort auf dem Motorrad zu erlangen. Im Zubehör sind Gel-Pads erhältlich, die mit etwas handwerklichem Geschick selbst angepasst und in den Sitzbankschaum der Originalsitzbank eingelassen werden können. Die Bank kann anschließend wieder mit dem alten Sitzbezug bezogen werden. Die meisten Biker, die die Sitzbank ihres Motorrades selbst umbauen, entscheiden sich jedoch für einen neuen Look und beziehen die Sitzbank anschließend mit einem neuen Bezug. Es gibt Sitzbezüge in allen Farben, mit und ohne rutschfester Oberfläche und in edler Optik, wie z.B. Leder, Wildleder oder Carbon-Optik. Falls du dir die Arbeit selbst nicht zutraust, kannst du die Sitzbank auch aufpolstern lassen. Es gibt zahlreiche Motorradfachgeschäfte, die aus alten, ausgeblichenen und durchgesessenen Motorradsitzbänken edle Komfortsitze mit Gel-Pads, Memory-Schaum und toller Optik bauen. Firmen, wie SW-Motech und Tourtecs bieten solche Umbauten zu Preisen ab etwa 220 Euro an. Nachdem die Sitzbank meines Motorrades noch kein Jahr alt ist, kam das Umbauen der Sitzbank für mich allerdings nicht infrage.

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