• Beitrag zuletzt geändert am:10. September 2021
  • Lesedauer:17 min Lesezeit

YAMAHA Ténéré 700 – Erfahrungen, technische Daten, Preise und Tipps

Nachdem ich die YAMAHA Ténéré 700 (auch XTZ690, T700 und T7 genannt) Ende 2019 zu Probe gefahren bin, stand für mich fest, dass diese quirlige und alltagstaugliche Reiseenduro meine damaligen Fahrzeuge ablösen wird. Der Kaufvertrag war schnell unterschrieben und drei Monate später stand meine neue T7 beim Händler zur Abholung bereit.

Yamaha Ténéré 700.
YAMAHA Ténéré 700.

Bedingt durch den von der Regierung verhängten Lockdown und die Grenzschließungen, die dazu beitragen sollten, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, hat es drei weitere Monate gedauert, bis ich meine erste Reise mit der Ténéré antreten konnte. Mittlerweile habe ich tausende Kilometer mit dem Adventure-Bike zurückgelegt, ich habe weiteres Zubehör montiert und konnte reichlich Erfahrungen mit der Ténéré sammeln. Alle Informationen zum Bike, von den technischen Daten über Ergonomie, Handling und Fahrverhalten, Preise, Zubehör und Reisetauglichkeit bis hin zur Verarbeitungsqualität erfährst du in folgender YAMAHA Ténéré 700 Review.

Konzept der Ténéré 700 – Weniger ist mehr

In Zeiten, in denen viele Motorradhersteller ihre Adventure-Bikes mit möglichst leistungsstarken Motoren und zahlreichen technischen Spielereien ausstatten, verfolgt YAMAHA einen ganz anderen Weg. Zugunsten eines niedrigeren Verkaufspreises, geringeren Gewichtes und leichterer Handhabung verzichtet der japanische Motorradhersteller bei der Ténéré 700 bewusst auf Übermotorisierung und Hightech-Features.

Bei der Ténéré 700 ist man selbst noch der Pilot. Es gibt kein farbiges und überladenes TFT-Display mit Touchscreen und Smartphone-Anbindung, kein »Ride-by-Wire« und damit auch keine elektronisch wählbaren Fahrmodi, keine Traktionskontrolle, keinen Quickshifter, kein spezielles Offroad- oder Kurven-ABS und, mal abgesehen von dem seit 2016 für die Motorradhersteller zur Pflicht gewordenen ABS, keine elektronischen Fahrhilfen.

Im Vergleich zu den eine Klasse höher angesiedelten Groß-Enduros der Konkurrenz ist die T7 relativ leicht und preiswert. Der nicht hochgezüchtete Motor und die kaum vorhandene Elektronik versprechen Langlebigkeit und, sollte doch mal etwas kaputtgehen, Hilfe auch von Mechanikern in den entlegensten Gebieten der Welt. Das Sports-Adventure-Bike mit Rallye-Genen ist ein unkomplizierter Reisebuddy, der auf langen Strecken zu Hause ist und sich im Gelände genauso wohlfühlt wie auf Asphalt.

Technische Daten der YAMAHA Ténéré 700 (ab 2019)

  • Motortyp: Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-Reihenmotor, 8 Ventile, Einspritzung, DOHC
  • Hubraum: 689 cm³
  • Leistung: 54kW/73 PS bei 9.000 U/min
  • Drehmoment: 68 Nm bei 6.500 U/min
  • Getriebe: sequentielles 6-Gang Getriebe
  • Sekundärantrieb: Kette
  • Rahmenbauart: röhrenförmiger Doppelschleifen-Stahlrahmen
  • Federung vorne: ø 43 mm USD-Telegabel (voll einstellbar) mit 210 mm Federweg
  • Federung hinten: Stahl-Zweiarmschwinge und Zentralfederbein (voll einstellbar) mit 200 mm Federweg
  • Bremse vorne: Hydraulische Doppelscheibenbremse, Ø 282 mm
  • Bremse hinten: Hydraulische Einscheibenbremse, Ø 245 mm
  • Assistenzsysteme: ABS (für Geländefahrten abschaltbar)
  • Serienbereifung: Schlauchreifen Pirelli Scorpion Rally STR (90/90-21 und 150/70-18)
  • Felgen: Aluminiumfelgen mit Stahlspeichen
  • Länge / Breite / Höhe: 2.370 mm / 910 mm / 1.455 mm
  • Radstand: 1595 mm
  • Sitzhöhe: 875 mm
  • Bodenfreiheit: 240 mm
  • Gewicht (Basismodell vollgetankt): 204 kg
  • Zuladung: 190 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 190 km/h
  • Beschleunigung (0-100 km/h): ca. 4,5 Sek. (laut Motorrad News 10/2019)
  • Durchzug im 6. Gang (60-100 km/h und 100-140 km/h): ca. 4,3 Sek. und ca. 5,2 Sek. (laut Motorrad News 10/2019)
  • Tankinhalt: 16 l (davon 4,1 l Reserve!)
  • Durchschnittsverbrauch: 4,6 l/100 km (laut Bordcomputer)
  • Reichweite: rund 350 km

YAMAHA Ténéré 700 – Ergonomie und erste Eindrücke

Sitzposition

Auf den ersten Blick wirkt die Ténéré 700 sehr hoch und die Sitzhöhe von 87,5 cm dürfte einige Interessenten abschrecken. Bedingt durch ihre schlanke Konstruktion, das relativ weiche Fahrwerk und das im Vergleich zu großvolumigen Reiseenduros geringe Gewicht kommen jedoch auch durchschnittlich gebaute Fahrer gut mit dem Motorrad zurecht.

YAMAHA Tenere 700 Sitzposition.
Für kleinere Ténéré-Fans gibt es im YAMAHA-Zubehör für rund 190 Euro eine niedrigere Sitzbank und eine Tieferlegung für rund 100 Euro. Beide Modifikationen sind zusammen für etwa 275 Euro als Tieferlegungssatz erhältlich und senken die Sitzhöhe um 3,8 cm. Der Vorführer meines YAMAHA-Händlers, den ich damals zu Probe gefahren bin, hatte diesen Tieferlegungssatz montiert. Ich bin 186 cm groß und habe mich für die Standardversion entschieden. Wenn ich auf der Ténéré sitze, berühren im Stand beide Fußsohlen vollständig den Boden und meine Beine sind dabei noch leicht angewinkelt, sodass ich beim Rangieren auf der Straße stets ein sicheres Gefühl habe. Die Fußrasten der Ténéré sind weit oben angebracht, was bei mir zu einem relativ engen Kniewinkel führt. Einen vollen Tank kann ich in der Position aber ohne größere Ermüdungserscheinungen der Beine leer fahren, sodass ich nicht auf die 3,5 cm höhere Rallye-Sitzbank von YAMAHA oder verstellbare Fußrasten aus dem Zubehör zurückgreifen muss.

Stehende Position

Bei Auslieferung war meine T7 für den reinen Straßenbetrieb eingestellt und die für Fahrten im Gelände so wichtige stehende Fahrposition vermittelte ein sehr unsicheres Fahrgefühl. Eine neutrale und bequeme stehende Position war erst möglich, nachdem ich den Lenker ein gutes Stück nach vorne gedreht habe (die Schrauben der Lenkerklemmung müssen nach dem Verstellen wieder mit einem Drehmoment von 23 Nm festgezogen werden!). Für noch mehr Komfort im Sitzen wie im Stehen habe ich außerdem 22 mm Bar Risers (Lenkererhöhung) montiert.

Stehposition auf der YAMAHA T700.

Cockpit & Display

Das übersichtliche Cockpit der Ténéré bietet alle erforderlichen Informationen und Funktionalitäten, ohne den Fahrer vom Wesentlichen abzulenken oder gar zu überfordern. Ganz oben hinter dem steil aufragenden Windschild befindet sich eine Haltestange mit 12 mm Durchmesser, an der Halterungen für Smartphone, Navigationsgerät, Actionkamera oder ähnlichem befestigt werden können. Aufgrund des kleinen Durchmessers der Stange sollte das zu befestigende Devise jedoch nicht zu schwer sein (eine abschließbare GPS-Halterung mit riesigem Navigationsgerät würde ich hier nicht montieren). Ich habe an der Stange meist die universelle und wasserdichte Handyhalterung von SP Connect montiert, die mein Smartphone fest und ohne zu verrutschen hält. Das unter der Haltestange befindliche LC-Display erinnert an ein Roadbook und weckt Assoziationen mit den Rallye-Paris-Dakar-Maschinen. Um die Elektronik zu schützen und harte Schläge abzufedern, wird es von Gummipuffern mit Innengewinde gehalten, wodurch es bei Geländefahrten und dem Durchfahren von Schlaglöchern oft heftig wackelt.

Das schnörkellose Display ist gut ablesbar und bietet im Hauptbereich die üblichen Informationen wie Geschwindigkeit, Drehzahl, Ganganzeige, Kraftstoffvorrat und Uhrzeit. Die Anzeige im unteren rechten Eck kann über zwei Knöpfe am Display oder alternativ einen ungünstig neben dem Gasgriff angebrachten Schalter (beim Betätigen bewegt man zwangsläufig den Gasgriff) durchgeschaltet werden. Du findest hier Informationen wie Motortemperatur, Gesamtkilometerstand, zwei Tageskilometerzähler, Außentemperatur, Durchschnittsverbrauch usw.

Schnörkelloses LC-Display im übersichtlichen Cockpit der Ténéré 700.

Unter dem Display gibt es eine 12-Volt-Ladesteckdose und rechts daneben eine verblendete Vorbereitung für alternatives Zubehör, wie z. B. eine USB-Ladestation mit integriertem Spannungsmessgerät. Hinter den beiden Tankverkleidungen verbergen sich insgesamt drei Nebenverbraucheranschlüsse, welche die Installation von Nebelleuchten, zusätzlichen Fernlichtern, Heizgriffe, Ladebuchsen etc. vereinfachen.

Die Bedienelemente der Ténéré sind leichtgängig und der Kupplungshebel (Bowdenzug) lässt sich auch mit einem Finger bedienen und fein dosieren. Von den Originalhebeln lässt sich die Weite des Bremshebels in fünf Stufen verstellen. Da ich sehr große Hände habe und die Hebel meist nur mit zwei oder einem Finger bediene, habe ich kürzere und in sechs Stufen einstellbare Hebel montiert.

Tipp: Mir hat es sehr geholfen, mich eingehender mit den vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten der Armaturen zu beschäftigen. Wichtig ist, dass du alle Bedienelemente im Sitzen und im Stehen gut erreichen und bedienen kannst, evtl. auch mit klobigen Motorradstiefeln oder dicken Winterhandschuhen. Ein empfehlenswertes Video zum Thema findest du hier auf YouTube.

Fahrverhalten und Handling der T7

Was schon auf den ersten Metern mit der Ténéré 700 auffällt ist ihr spielerisches Handling und die Leichtigkeit, mit der sich diese doch recht hohe Reiseenduro bewegen lässt. Aufgrund der für diese Motorradklasse typischen Raddimensionen von 21/18 Zoll hat mich das jedenfalls überrascht. Die T7 vermittelt sowohl im Gelände als auch auf der Straße viel Sicherheit und Kontrolle, das Fahrverhalten ist quirlig aber nicht nervös. Der schmale Kraftstofftank ermöglicht sowohl sitzend als auch stehend einen guten Knieschluss. Einzig die an der Kupplung angebrachte Kunststoffabdeckung ist etwas gewöhnungsbedürftig, da sie weit absteht und beim Fahren gelegentlich in den rechten Unterschenkel bzw. Stiefel drückt.

Fahrwerk

Für mein Gewicht von etwa 85 kg und das der Anbauten (Sturzbügel, Hauptständer, Kofferträger usw.) fühlt sich das Fahrwerk der Ténéré etwas zu weich an. Zwar sind die von Kayaba stammenden Fahrwerkselemente in Druck- und Zugstufe (die Federvorspannung des Federbeins lässt sich auch bequem per Handrad auf verschiedene Beladungen einstellen) voll einstellbar, jedoch braucht es schon viele Klicks, um überhaupt einen Unterschied ausmachen zu können. Das Mittelklasse-Fahrwerk lässt sich also nur grob auf das jeweilige Terrain und die Vorlieben des Fahrers einstellen. Die Federwege von 210 mm bei der Telegabel und 200 mm beim Federbein schlucken problemlos große Schlaglöcher und Fahrbahnunebenheiten. Nachdem ein weiches Fahrwerk im Alltag, im Gelände und auf Reisen auch Vorteile bietet und Fahrwerksänderungen recht kostspielig sind, muss und kann ich gut mit dem Serienfahrwerk leben.

Tipp: Das Fahrwerk meiner Ténéré war im Auslieferungszustand total falsch eingestellt. Die Einstellungen hatten absolut nichts mit den Empfehlungen aus dem Handbuch von YAMAHA gemein. Sogar Druck- und Zugstufe der Gabelbeine waren unterschiedlich eingestellt. Ich empfehle daher auf jeden Fall die Einstellungen zu überprüfen.

Bremsen der YAMAHA Ténéré 700

Die Ténéré wird vorne von zwei 282 mm großen Doppelkolben-Scheibenbremsen und hinten von einer 245 mm großen Einkolben-Bremse verzögert (BREMBO, hydraulisch, Wave-Bremsscheiben). Mit an Bord ist ein für Geländefahrten per Tastendruck komplett abschaltbares ABS, das unauffällig funktioniert. Die Bremsen verzögern sauber, sind gut dosierbar und der Druckpunkt bleibt auch nach zügig gefahrenen Pässen stabil. Die Vorderradbremse könnte auf der Straße allerdings etwas mehr Biss vertragen, da sie bei zügiger Kurvenhatz mit relativ viel Kraft betätigt werden muss. Fußrasten, Brems- und Schaltpedal sind so konstruiert, dass sie bei einem Sturz einklappen und nicht abbrechen.

Motor – Das Herz der T7

Die Ténéré springt im kalten wie im warmen Zustand zuverlässig an und läuft sofort rund. Der 73 PS starke Crossplane-Reihenzweizylinder der Reiseenduro ist aus YAMAHAS Naked Bike MT-07 bekannt. Er wurde nur in Details überarbeitet und hat schon in diversen Motorradtestberichten viel Lob kassiert.

CP2-Motor der YAMAHA Tenere 700.

Dank reduzierter Endübersetzung passt der CP2 Motor perfekt zur Ténéré. Beim beherzten Dreh am Gasgriff zieht er kräftig von unten raus und dreht geschmeidig bis auf 10.000 U/min hoch. Sein maximales Drehmoment erreicht der Motor bei 6.500/min, wodurch eine ideale Balance aus Leistung und Fahrbarkeit gegeben ist. Die Leistungsabgabe ist sehr linear und der Motor läuft vibrationsarm und selbst im Drehzahlkeller ruckelfrei. Der elastische und laufruhige CP2 Motor macht viel Spaß im Alltag und bietet auch eine ausgezeichnete Langstreckentauglichkeit. Die Leistung der T7 ist für eine Person mit viel Gepäck ausreichend, ich hatte noch nie das Gefühl, mit einem untermotorisierten Motorrad unterwegs zu sein.

Langstreckentauglichkeit – Die T7 als Reisemotorrad?

Sitzkomfort

Die zweiteilige, straff gepolsterte Sitzbank der Ténéré ist sehr schmal, was im anspruchsvollen Gelände vorteilhaft ist, auf langen Autobahnetappen jedoch einen stark eingeschränkten Komfort mit sich bringt. Für mich sind etwa vier bis fünf Stunden im Sattel ohne Schmerzen möglich, danach machen sich langsam der relativ enge Kniewinkel und die nur mäßig bequeme Sitzbank unangenehm bemerkbar. Ich denke, dass ich mich mit jedem gefahrenen Kilometer weiter an die Sitzposition gewöhnen werde und dass irgendwann auch deutlich längere Etappen ohne Schmerzen möglich sein werden. Außerdem verspreche ich mir mehr Sitzkomfort durch die von mir montierte Lenkererhöhung und das Komfort-Sitzkissen, das ich hier in meinem Motorrad-Sitzkissen-Vergleich vorstelle.

Wetterschutz (Windschild)

Das schmale Windschild der Ténéré 700 lässt sich nicht in der Höhe oder im Winkel verstellen und bietet nur mäßigen Windschutz. Der Fahrtwind trifft bei mir auf die obere Hälfte vom Helm, was zu störenden Vibrationen und Geräuschen führt. Je nach Fahrergröße und Helm können diese Luftverwirbelungen natürlich mehr oder weniger stören.

YAMAHA Tenere 700 mit Explorer-Paket im Orciatal.
YAMAHA Ténéré 700 im Val d’Orcia.

Im Zubehör gibt es mittlerweile ein breites Angebot an größeren, kleineren und verstellbaren Windschildern und Spoilern, die einen besseren Windschutz versprechen. Auch die Beine des Fahrers sind bei Motorrädern dieser Bauart schonungslos Wind und Regen ausgesetzt. Auf Reisen empfiehlt es sich daher, stets Regenkleidung griffbereit mit sich zu führen. Ich habe mir dafür zwei wasserdichte Fahrrad-Lenkertaschen gekauft, die sich einfach an den Sturzbügeln der Ténéré befestigen lassen. In einer Tasche bewahre ich meine Regenjacke auf und in der anderen die Regenhose.

Verbrauch und Reichweite

YAMAHA gibt einen Durchschnittsverbrauch von 4,2 l/100 km an, was mir bei gezügelter Fahrweise und ohne Gepäck auch realistisch erscheint und mit dem 16 Liter fassenden Tank eine theoretisch mögliche Reichweite von rund 380 Kilometern bedeutet. Da ich selten gezügelt und meist mit Gepäck fahre, komme ich auf einen Durchschnittsverbrauch von 4,6 l/100 km, was eine maximale Reichweite von etwa 350 Kilometern ermöglicht. Für Reisen in Europa ist die Reichweite meiner Meinung nach ausreichend, für Fernreisen werde ich zwei günstige 1,5 l Benzinkanister (+65 km) von FuelFriend auf die Alukoffer schnallen.

Tipp: Die Reserve der T7 ist mit 4,1 Litern großzügig bemessen. Nach nur 260 Kilometern fängt die Tankanzeige zu blinken an, obwohl noch 90 bis 100 Kilometer Strecke möglich sind. Bevor ich wusste, dass ich mit blinkender Tankanzeige noch locker ein Viertel der Gesamtreichweite zurücklegen kann, hat mich das als Alleinreisender in oft dünn besiedelten Gebieten ganz schön nervös gemacht.

Gepäck

Die maximale Zuladung der Ténéré 700 beträgt 190 kg. Als durchschnittlich gebauter Solo-Fahrer darf man also noch jede Menge Gepäck zuladen. Natürlich ist es sinnvoll, das Motorrad so leicht wie möglich zu halten, um möglichst viel Fahrspaß zu erhalten. Kleine Gepäckstücke können auf dem Soziussitz transportiert werden. Neben dem Soziussitz sind Hülsenschrauben angebracht, die als Haltepunkte für Expander, ROK Straps, Seile etc. dienen. Koffer-, Taschen- und Gepäckträger sind mittlerweile von allen namhaften Motorradgepäcksystem-Herstellern auch speziell für die Ténéré 700 erhältlich.

Erhältliches Zubehör, Farbvarianten, Preise und Ausstattung meiner YAMAHA Ténéré 700

Obwohl es sich bei der YAMAHA Ténéré 700 um eine komplette Neuentwicklung handelt, war schon zum Serienstart jede Menge Zubehör von YAMAHA und diversen Motorradzubehör-Herstellern für die T7 erhältlich. Das Sports-Adventure-Bike gibt es derzeit in vier Farbgebungen. Zum Serienstart hatte man ohne Aufpreis die Wahl aus den Farben Ceramic Ice (schwarz-blau), Power Black (schwarz) und Competition White (weiß-rot). Mitte 2020 brachte YAMAHA das Sondermodell Ténéré 700 Rally Edition auf den Markt, dessen traditionelle Rally-Farben (blau-gelbe Rennlackierung, Speedblock-Grafiken, goldenen Felgen und Premium-Komponenten) ein Tribut an die Rallye-Dakar-Werksmaschinen von Jean-Claude Olivier und Serge Bacou sind. Für die Basisversion der T7 sind derzeit zwei Zubehörpakete erhältlich, die einen geringen Preisvorteil gegenüber dem Einzelkauf der Teile bieten. In folgender Tabelle habe ich dir die derzeit (Stand Dez. 2020) erhältlichen Modelle und Pakete, das enthaltene Zubehör sowie die Listenpreise von der offiziellen deutschen YAMAHA-Website gegenübergestellt.
Paket / EditionTénéré 700 (Basis)Explorer-PaketRallye-PaketRally Edition
enthaltenes Zubehöreinfacher Unterfahrschutz (Skid Plate); Kettenschutz, Kühlerschutz und Kennzeichenhalter aus Kunststoff; Halogenblinker; Verzurrpunkte am HeckAluminium-Seitenkoffer (72 l Gesamtvolumen, Givi Trekker Outback) und Seitenkoffer-Halterungssatz; Solositz-Gepäckträger; Hauptständer; Sturzbügel seitlich, robuster Unterfahrschutz (dicker und größer als Serie)Akrapovič Slip-on-Schalldämpfer; Rallye-Sitzbank; Kettenführung, Kettenschutz und Kühlerschutz in hochwertiger Ausführung; kurzer Kennzeichenhalter; LED-Blinker; TankpadsYAMAHA-Rallye-Farben; Akrapovič Slip-on-Schalldämpfer; Rallye-Sitzbank; LED-Blinker; robuster Unterfahrschutz; hochwertiger Kühlerschutz und Kettenschutz; Tankpads; Offroad-Handgriffe
Preisrund 9.700 EuroBasispreis + ca. 1.980 EuroBasispreis + ca. 1.700 Eurorund 11.360 Euro

Meine Ténéré 700 (Explorer-Paket)

Nachdem mir mein Händler eine Lieferzeit von zwei bis drei Monaten genannt hatte und ich eigentlich sofort nach der 1000er Inspektion meine erste Reise mit der T7 antreten wollte, habe ich das Motorrad mit Explorer-Paket und Heizgriffen bestellt. Das YAMAHA-Zubehör gilt generell als hochwertig verarbeitet und bei den Aluminium-Seitenkoffern mit zugehörigem Kofferträger bedient sich YAMAHA bei Givi, einem führenden Hersteller für Motorradgepäcksysteme. Der Händler versprach mir eine kostenlose und professionelle Montage der Teile und meine Entscheidung für das Zubehörpaket erschien mir zum damaligen Zeitpunkt vernünftig.

Meine YAMAHA Tenere 700 am Monte Amiata.

Hätte ich vorher gewusst, dass ich bedingt durch COVID-19 (Lockdown, Grenzschließungen) nahezu drei Monate Zeit zum Basteln haben würde und dass die Mechaniker meines Händlers die Teile keineswegs professionell montieren würden (angebrochene Plastiknasen, lockere Schrauben, kaputt gedrehte Gewinde, ein sich lösender Gasgriff, etc.), hätte ich mir nur das Basismodell der Ténéré bestellt und nach und nach mir sinnvoll erscheinendes Zubehör montiert. Mit Koffern, Hauptständer und robustem Unterfahrschutz (zusammen für rund 1.635 Euro erhältlich) bin ich sehr zufrieden, auf die Sturzbügel würde ich wahrscheinlich aus Gewichtsgründen verzichten und der Solositz-Gepäckträger ist für mich auch kein Must-have.

YAMAHA Heizgriffe.

YAMAHA Heizgriffe an der Ténéré 700 – Probleme und Erfahrungen

In folgendem Beitrag berichte ich von meinen Erfahrungen mit den originalen YAMAHA Heizgriffen.

YAMAHA Ténéré 700 Sitzbank-Hack.

YAMAHA Ténéré Sitzbank-Hack (Must Do!)

Erfahre jetzt, wie du in Zukunft die Sitzbank deiner Ténéré 700 schnell und komfortabel ohne Werkzeug entfernen und ebenso schnell wieder montieren kannst.

USB Steckdosen für die YAMAHA Tenere 700.

USB Steckdose für Ténéré 700 – Einbauanleitung und Tipps

In dem Beitrag erkläre ich, für welche Motorrad Steckdose ich mich entschieden habe und wie ich diese an meiner Ténéré angebracht habe.

SP Connect Handyhalterung an der YAMAHA Tenere 700.

Ténéré 700 Handyhalterung

Warum ich eine Handytasche verwende und wo sich Handyhalterungen ideal an der Ténéré montieren lassen.

Zusätzlich zum Explorer-Paket an meiner T7 verbautes Zubehör

Verarbeitungsqualität, Wertigkeit & Kosten

Die Verarbeitungsqualität der YAMAHA Ténéré 700 kann nicht mit der von Motorrädern aus dem Premiumsegment verglichen werden, geht für mich in Anbetracht des relativ günstigen Kaufpreises jedoch in Ordnung. Falls man den Motorradmagazinen Glauben schenken darf, sind vom aus der MT-07 bekannten CP2 Motor keine Probleme zu erwarten. Neben ein paar optischen Mängeln konnte ich an meiner T7 bisher nur ein paar unwesentliche »Beschädigungen« (angebrochene Pins der Verkleidung, kaputte Gewinde etc.) entdecken, die vermutlich auf die unsachgemäße Behandlung der Mechaniker meines YAMAHA-Händlers zurückgehen.

Verarbeitungsqualität: gebrochene Verkleidung und Flugrost an Bremsscheiben.
Gebrochene Tankverkleidung ab Werk und unschöner Flugrost an den Bremsscheiben bereits wenige Wochen nach Auslieferung.

Nach wenigen Monaten haben die Bremsscheiben meiner T7 unschönen Flugrost angesetzt, was mich nicht stört, da es sich dabei um Verschleißteile handelt. Auch, dass die Spaltmaße zwischen Tank und Verkleidung nicht einheitlich sind und die Isolierungen der elektrischen Bauteile etwas schlampig wirken, stört mich nicht. Die verwendeten Sechskant-Schrauben sind aus einem relativ weichen Metall, sodass die Schraubenköpfe mit billigem oder falsch angesetztem Werkzeug schnell rund gedreht sind, und der für die Verkleidung verwendete Kunststoff ist spröde und bricht leicht bei zu viel Krafteinwirkung. Wenn du gutes Werkzeug zur Verfügung hast und etwas Feingefühl besitzt, kannst du an der einfach aufgebauten Ténéré viele Wartungsarbeiten selbst durchführen und wirst aller Voraussicht nach lange Freude daran haben.

Ténéré 700 Rückrufaktionen

  • Oktober 2020: Reflektor am Heck entspricht nicht der von der UN-ECE festgelegten Norm für die Reflexionshelligkeit und wird kostenlos ausgetauscht.

Kosten

Die Kosten für Steuer und Versicherung (Schadenfreiheitsklasse beachten) belaufen sich bei meiner Ténéré auf rund 150 Euro im Jahr. Weniger erfreulich sind die Werkstattkosten vom YAMAHA-Händler, auf den ich zumindest während der zweijährigen Werksgarantie angewiesen bin. Für die 1.000er Inspektion, die nur aus Ölwechsel und Sichtprüfung besteht, wurden 176,88 Euro fällig. Von der von YAMAHA angebotenen Garantieverlängerung auf bis zu 5 Jahre, die für relativ kleines Geld zu haben ist, rate ich daher ab.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Dennis

    Hey,
    vielen Dank für den ausführlichen Bericht.
    Bin auf diesen gestoßen weil ich mich auch über die sehr dürftigen Spaltmaße gewundert habe.
    Die passen bei mir auch nicht, wenn man sich hier z.B. die vordere Seitenverkleidung ansieht, steht diese links weiter ab als rechts, liegt weiterhin links oben an der Scheibe an und links ist noch Platz.
    Hab erst gedacht das ich beim zusammenbauen der Seitenverkleidung was falsch gemacht habe, aber das ist dann wohl normal.

    Wo genau sind denn bei dir Klipps abgebrochen?

    Gruß

    Dennis

    1. Jan

      Hallo Dennis. Bei einer der seitlichen Tankverkleidungen waren die beiden Kunststoffaufhängungen (oben und hinten) angebrochen. Außerdem war die obere Tankverkleidung links vorne bei dem Loch für den Klipp gebrochen (siehe letztes Beitragsfoto links neben der Bremsscheibe).

      Grüße
      Jan

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